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Aliso bei Oberaden und die Varusschlacht : Römer- und Nibelungenspuren im Lippe- und Ruhrland, nachgewiesen in Geschichte, Bodenforschung, Heldensage
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42 Aliso vor der Varusschlacht

ihrem westlichen, zwischen dem Rhein und den Bergen gelegenen Altlandweiter die Ruhr und Lenne heraufzogen.

Es wird nun aber den Römern nicht nur darum zu tun gewesen sein,d ie unmittelbare Umgebung von Aliso zu sichern, sondern auchdas ganzeGebiet zwischen Aliso und dem Rhein" fest in ihre Hand zubekommen. Da kam ihnen denn die topographische Gestalt dieses Landessehr zustatten, denn nicht weit westlich von Dortmund beginnt das sog.Emscherbruch, das sich etwa bis an die heutige rheinisch-westfälischeGrenze hinzieht. Wie Dransfeld in seiner Geschichte Hernes uns mitteilt, istdies sumpfige Niederungsland noch im Anfang des vorigen Jahrhunderts,namentlich bei anhaltendem Regen, so schwer passierbar gewesen, daß Botenausgeschickt werden mußten, um festzustellen, ob Reiter durch das Bruchkommen könnten. Und heute klingt es ja fast wie ein Märlein, daß noch vorrund 100 Iahren sich in diesen Niederungen wilde Pferde tummelten, die,eingefangen, auf dem Pferdemarkt in Kränge verkauft wurden. Diese sog.Emscherbrücher" sind bekanntlich zu eben jener Zeit noch von der Militär-verwaltung benutzt worden. Ganz gewiß ist dieser breite Sumpfstrich, vorfast 2000 Iahren noch mächtiger, den Römern ein willkommener Bundes-genosse gewesen. Er teilte ja das Gebiet zwischen Lippe und Ruhr westlich Alisoin zwei Hälften, so daß das nördliche Gebiet fast wie eine Insel abgeschnürterschien, ein großer strategischer Vorteil für Haltern, das sich, nachdem dieSugambrer ausgehoben waren, von der südlichen Lippeseite aus nicht mehrbedroht sah. So wird es auch kein Zufall sein, daß das Römerlager beiOberaden, besonders aber auch das noch westlicher gelegene Uferkastell wie diebefestigte Spitze eines strategischen Dreiecks erscheint, dessen Basis der Rheinvon der Lippemündung zur Emschermündung ist, während der nördlicheSchenkel durch die Lippe, der südliche durch die Emscher und das Emscher-bruch, endlich durch eine Linie zwischen Emscher und Lippe gebildet wird, dieheute noch von Brachten bis Lippholthausen, 4 Urrr westlich Lllnen alsDialektgrenze erkennbar ist. Wie nun konnten die Römer den mili-tärischen Abschluß, gleichsam den Kopf dieses Dreiecks, noch wirksamer aus-bauen? Dann, wenn sie das Umland von Aliso von der Zivilbevölkerung tat-sächlich entblößten und als Militärgebiet erklärten, wie ja auch Mommsen aneiner Stelle, wo er von dem Umland römischer Festungen spricht, einenVergleich zwischen der alten und neuereu Befestigungsmethode zieht und darandie treffende Bemerkung knüpft, den römischen Generalen habe auch dasUmland ihrer Festungen gegolten, wie einem modernen Kommandanten derFestungsrayon", den er unter seinen Kanonen liegen habe. Auf diese Artder militärischen Sicherung deutet auch Herodianus, wenn er folgende hierzudienliche Mittel aufzählt und besonders betont, daß sie unter Augustus mitbestem Erfolg angewandt worden seien: Flüsse, Höhenzüge, breite Ödland-gürtel, künstlich geschaffene Sperrlinien. Wenn nun Tiberius nach derVer-wüstung" Germaniens den Imperatorentitel bekam, so ist das der kürzesteAusdruck für die Verpflanzung der Sugambrer und die Ödlegung der Um-gebung des Lagers bei Oberaden, deren Umfang wir heute noch erkennenkönnen. Sofort fällt uns da ins Auge die 3 Uirr östlich von Oberaden überden Töddinghäuser Berg ziehende strategische Linie desMargarethenweges",der von Heil a. d. Lippe nach Süden geht. Dort haben wir also wirklich ein