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Aliso bei Oberaden und die Varusschlacht : Römer- und Nibelungenspuren im Lippe- und Ruhrland, nachgewiesen in Geschichte, Bodenforschung, Heldensage
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3lZ Aliso vor der Varusschlacht

Wie ist nun dieser Kriegszug im Anmarsch und Rückmarsch anzunehmen?Offenbar ist Drusus nach Überschreitung des Rheins und Unterwerfung derUsipeter die Lippe heraufgezogen, die er bei Dorsten überschritten habenmag. Da die Sugambrer von ihren Wohnstätten fern auf dem Kriegspfadsich befanden, konnte Drusus ungefährdet am südlichen Lippcknie vorbei zumHaar st rang, wohl auch tiefer noch ins Waldeckerland hineinziehen. Hiertrat die schon gekennzeichnete Schwierigkeit der Verpflegung und die Not-wendigkeit der Umkehr ein.

Und der Talkessel, wo er nach Norden abbog? Wird es nicht dasHönnetal gewesen sein? Und Arbalo? Wie Studienrat Reuter mirbewiesen zu haben scheint, liegt enger sprachlicher Zusammenhang mitBalvsvor, das wir aus der westfälischen Nibelungensage unter dem Namen Ballofakennen. Arbalo, das Reuter mit Erz Ar in Verbindung bringt, würdezur Darstellung, wie sie uns die Quellen gaben, gut passen, zumal auch dasHaupttor des Drususlagers bei Oberaden nach Süden weist, und der durchdieses führende Weg den Nordausgang des Hönnetals treffen würde. Dannhaben wir im Zwischenraum Menden Oberaden die letzten Plänke-leien anzunehmen, die aber den Römern nicht mehr gefährlich werdenkonnten, nachdem sie sich erst glücklich der peinlichen Lage bei Arbalo ent-wunden hatten.

Drusus mochte Schlimmeres befürchtet haben, als sagen wir einmal:zwischen Balve und Menden der kuior keritorricus, die wilde Kampfwutdes germanischen Stämmebundes, über ihn hereinbrach. Schon hatten die imAnfang siegenden Feinde die Beute, wenigstens in Gedanken, verteilt, indemdie Cherusker die Pferde, die Chatten Gold und Silber, die Sugambrer aberden Löwenanteil, nämlich die Gefangenen, erhalten sollten. Eben um dieserZügellosigkeit willen, die einen schon fast sicheren Sieg vereitelte, verachteteDrusus seine Gegner: Was er vorher nicht gewagt hätte, unternahm er jetzt,indem er mitten im Sugambrerland sich festsetzte. Daß dies ihm möglich war,dankte er vor allem auch der günstigen Lage des Platzes unweit der schiff-baren Lippe, an der er auch in Verbindung mit dem Lager in Alisogleichzeitig das uns bekannte Uferkastell errichtete. Daß aber das Hauptlagernoch weiter gegen den Feind vorgeschoben war, erkennen wir auch aus demsehr bezeichnenden Ausdruck des Gründungsberichtes, den man, um beides,die Geringachtung sowohl, wie die besonders betonte Offensivlage desungeheuren Bollwerks, wiederzugeben, übersetzt hat:Drusus setzteseinen Feinden da, wo Lippe und Elison zusammenfließen, eine Festung aufdie Nase." Wenn nun auch noch nicht die Weser, geschweige denn die Elbeerreicht war, so war immerhin fast auf der Mitte zwischen Rhein und Weserein mächtiger Waffenplatz errichtet. Der Weg ins Innere des Landeswar um die Entfernung VeteraAliso oder, wenn wir die Wasserliniennehmen: RheinElison verkürzt: das war eine sehr beträchtliche Ersparnisvon 7S üiir, vier Tagemärschen.

Daß zur Verbindung mit dem Rhein eine Z w i s ch e n st a t i o n beiHaltern entstehen mußte, die aus kleinen Anfängen auf dem Annabergund den östlicher gelegenen Lippeufer-Anlagen mächtig emporblühte, ist ganznatürlich. Diente das Annabergkastell mit weitem Fernblick der Sicherungdes Platzes selbst, so war doch auch ein Hafen, Schiffsanlege- und Stapel-