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Aliso bei Oberaden und die Varusschlacht : Römer- und Nibelungenspuren im Lippe- und Ruhrland, nachgewiesen in Geschichte, Bodenforschung, Heldensage
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Die Entdeckung des Römerlagers in Elfe 25

gewesen sein als eine Einfriedigung, in der Volkssprache hiege, dasnoch inumhegen" erhalten ist. Wenn nun auch nicht zur Römerzeit, so willes mir doch scheinen, als ob hier im Mittelalter und bis in die Neuzeit hineineine die Fläche des einstigen Römerlagers scheidende Linie anzunehmen sei;hat doch tatsächlich die Burghecke (Borghiege") bis zur Nordgrenze desLagers den westlichen Teil abgegliedert.

Wie aber verhält sich dazu nun die Süd grenze, die wie wirschon ausführten ebenfalls weiter reichte? Dieser Lagerbezirk ist uns wohlbekannt aus einem Cappenbergischen Dokument über dieIagdlimiten in derGrafschaft Mark". Der Zug nahm im Jahre 1664 seinen Weg über dasElserfeld, die sog. heutigenBurgäcker", wie eben das fragliche südliche Stückdes Lagers nördlich der Landstraße KamenLünen heißt. Nun hat aberauch die Burghecke noch den besonderen NamenElser Kuhweg". Es tretendemgemäß hier deutliche Spuren von Anrechten der Bauerschaft Elsey hervor.Wenn wir nun bedenken, daß noch vor rund 16V Jahren die Hofbesitzer inElsey alle Vollbauern waren, so werden sie sicher auch schon vor der Heide-teilung auf der Burg ihren abgegrenzten Anteil, freilich nicht als Privat-eigentum, wohl aber in Form eines Elseyer Gemeindebesitzes in Benutzunggehabt haben. So würde sich dann sowohl dieVurghecke" wie auch dasElserfeld" gut erklären und wiederum auf die Zeit weisen, wo die beidenBauerschaften Elfe und Aden noch selbständig waren, sich aber schon so weitgenähert hatten, daß sie auf der Burg innerhalb der alten Umwallung denhistorischen Boden gemeinsam nutzten: hier aber noch durch Grenzen ge-schieden, die nicht im Boden selbst, wohl aber in den beiden FlurnamenBurgHecke" undElserfeld" sich noch in einer verblassenden Er-innerung erhalten haben, deren Hüter vor einem Vierteljahrhundert nur derälteste Bewohner Oberadens war, während heute keinerlei Kunde mehr davonbesteht.

Wir glauben aber, noch einen Schritt weiter gehen zu können, indemwir auch für die Entstehung derGemeinheit" auf derBurg"einen natürlichen Grund beibringen, der uns wieder unmittelbar auf dieRömerzeit führt. Es ist ja bekannt, daß die Germanen zur Zeit des Auf-standes der Bataver Gesandte an die Volksprophetin Veleda schickten, die inhohem Ansehn auf einem Turm an der Lippe waltete und in wichtigenStaatsangelegenheiten Rat und Weisung gab. So erteilte sie auch Auskunft aufdie Frage, was denn mit dem gesamten Hab und Gut der Römer geschehensollte, wenn es woran keiner zweifelte gelingen würde, sie ein für alle-mal vom Rhein zu vertreiben. Da urteilte Veleda:Alles, was den getötetenRömern gehört hat, soll Gemeingut werden." Es ist gewiß bemerkenswert,daß dieser Grundsatz, der noch durch das Ansehen der mit fast halbgöttischerVerehrung gepriesenen Seherin eine besondere Weihe erhielt, gar nicht allzuweit von Oberaden, jedenfalls aber an der Lippe ausgesprochen, ja zuerstaufgestellt worden ist. Wir könnten uns denken, daß Veleda, die etwa nurein halbes Jahrhundert nach Armin gewirkt hat, auch die Ruinen der Römer-burgen vor Augen hatte, deren es doch an der Lippe mehrere gab. Schon zuihrer Zeit, als die Römer im Lande selbst während der erneuten Kriegs-unruhen nicht mehr weilen konnten, und ihre Bauten wiederum in Flammenaufgegangen sein mochten, galt diese Freigabe des Römergutes an die All-