k8 Aliso vor der Varusschlacht
bildete, ist bei Oberaden nicht „Schall und Rauch", sondern der feste Rück-halt für die weitergehende Forschung, wie denn auch die Aufdeckungrömischer Spuren im Seseke-Körne-Winkel nur möglich wurde in engerVerbindung mit der Oberadener Forschung und im Interesse ihrer Ergänzung.
Nachdem wir nun so dargelegt haben, welch hohen Dienst die Volks-kunde, die ja ein Wissen des Volkes ist, der Römerforschung in Westfalengeleistet hat, werden wir nunmehr hören, daß es wiederum OberadenerBauern waren, die auch der B o d e n f o r s ch u n g den Weg bahnten, indemsie das erste keramische Material, Römerscherben, ans Licht brachtenund so erst die entscheidenden Beiträge lieferten, die das Vorhandensein einesRömerlagers in der alten Bauerschaft Aliso bei Oberaden zur Tatsacheerhoben.
Auch über diesen zweiten Abschnitt der Entdeckungs-geschichte soll nun ein mit chronikartiger Treue gegebener Bericht folgen.
III. Die Entdeckung des Römerlagers in Elsedurch römische Scherbenfunde ^
Bereits im Anfang meiner Wirksamkeit in Methler, also vor nunmehrfast rund 37 Iahren, erfuhr ich, daß auf der „Burg" seit Menschengedenkenbeim Pflügen der Äcker mancherlei Scherben an die Oberfläche gebrachtwurden. Da, wie wir uns erinnern, die „Burg" erst 1827 an die 24 Be-teiligten der Bauerschaft in den ihnen zustehenden Anteilen freigegeben wor-den war, so waren in den neunziger Iahren gerade 2 Generationen dahin-gegangen, die auf der nun aufgeteilten Burg Ackerbestellung geübthatten. Doch war es nicht die ganze Fläche, die unter den Pflug genommenworden war. Namentlich der nördliche Teil der Burg war mit Wald be-pflanzt worden, so daß die hier im Boden ruhenden Kulturreste wohl vonden Tagen der Römer an bis zu ihrer Hebung durch den Spaten unberührtgeblieben sind. Aber noch eine dritte Art von Kulturtätigkeit auf der Burgbleibt zu erwähnen: die Mergelgewinnung. So war es denn auchbesonders die Mergelkuhle im südwestlichen Teile der Burg, die Scherbengeliefert hatte; ihr widmete ich deshalb auch vornehmlich mein Interesse, umkeramische Unterlagen für meine auf den Namen Else sich stützende Annahmezu gewinnen. So fand ich denn auch hier einen römischen Henkel.
Doch reichen meine Ermittelungen über Funde von Tongefäßen in derMergelkuhle bis ins Jahr 1896 zurück; denn eben im Mai dieses Jahreswurde von Arbeitern ein schöner, rotgelblicher Amphorenhenkel beim Mergel-ausheben gefunden. Sofort benachrichtigt, begab ich mich an die Fundstelle,wo ich leider feststellen mußte, daß das Gefäß selbst zerschlagen worden war,weil man hoffte, Geld darin zu finden. Die übrigen Scherben waren in-zwischen schon verschleppt.
Am 3. August desselben Jahres gab ich dann meinem früheren LehrerProf. Dr. Darpe, der damals noch am Gymnasium in Bochum tätig war,von dem Funde Kenntnis, indem ich besonders bemerkte, daß derselbe da ge-macht sei, wo der Volksmund von der „Burg" redet. Der Brief blieb unbe-antwortet. So kam auch der Henkel selbst Herrn Darpe nicht zu Gesicht. Der
> Tafel 2: Römische Funde aus Aliso.