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Aliso bei Oberaden und die Varusschlacht : Römer- und Nibelungenspuren im Lippe- und Ruhrland, nachgewiesen in Geschichte, Bodenforschung, Heldensage
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16 Aliso vor der Varusschlacht

Herr von Cappenberg den Kornzehnten und den kleinen Zehnten erhobenhabe seit 45 Iahren aus dem Hofe zu Afhüppe, gelegen zu Elfe in demKirchspiel von Methler und im Lande des Grafen von der Mark, dessenKnecht er eine Zeit lang gewesen sei und den Zehnten habe erheben undabholen helfen zum Behuf derselben Herren von Cappenberg aus demselbenvorgenannten Hofe." Diese Urkunde stellt uns nun in überaus anschaulicherWeise auf den klassischen Boden. Der Weg von Cappenberg zur Lippeführte, wie wir das aus anderen Urkunden über Grenzumzüge der Kloster-beamten um den Lippe-Seseke-Winkel wissen, zur Furt westlich Becking-hausen, wo hoch oben auf demKnapport" das Uferkastell nachgewiesenworden ist. Nachdem das linke (südliche) Lippeufer erreicht war, ging derWeg auf demHünenpad" oder derHeidenstraße" auf das heutige Elseylos, wo auf dem Schulzenhof vorher Besprechungen wegen amtlicher Hilfs-leistungen stattfinden mochten. Dann erst mochte man den eigentlichen Umzughalten über die Elseyer Höfe. Von ihnen werden uns vier schon im Jahre 1226genannt. Auch diese Originalurkunde stammt aus dem CappenbergerKlosterarchiv und ist abgedruckt im Wests. Urkundenbuch. Der Inhalt ist der:Graf Adolf von der Mark gibt dem Gotteshause Cappenberg den Hof inBickenhusen, ein Erbe in Weimar, die seine Lehnsleute demselben verkauftund ihm aufgetragen hatten. Als Lehnsträger des Hofes in Bickenhusenhatte bis dahin Lambertus de Velmede gegolten. Er verzichtet aber daraufgegen eine ihm von den Cappenbergischen Konventualen gezahlte Abstands-summe von 8V Mark schweren Geldes. Im Zusammenhange mit dem ge-nannten Hofe wird auch Elseie Elsey erwähnt, das aus vier Gehöften damalsschon bestanden hat, denn diese gerade kommen im genannten Jahre (1226)an Cappenberg mit der Verpflichtung, den Kornzehnten und den kleinenZehnten dahin zu entrichten. Natürlich muß sich auch der Hof Afhüpperschon damals unter diesen vier Elseyer Höfen befunden haben, denn in demengeren Bezirk Elsey an der Seseke, in dem wir drei Höfe fanden, ist, nament-lich auch weil sich unter ihnen der große Elsenhof befand, kein Raum mehrfür einen vierten Hof, der etwa spurlos untergegangen sein könnte.

So lassen wir also den Zehnterhebungsgang weiter sich so vor unsernAugen entwickeln, daß wir im Geiste mit über die Burg gehen und dannden sanftgeneigten Abhang zum Hofe Afhüpper herabsteigen. Sicher hatauch damals schon für diesen die Bezeichnungop de Borg" auf der Burgbestanden. Und wenn wir bedenken, daßBurg" ein Deckname ist, der sichnur auf Grund historischer Erinnerungen bilden konnte, so sehen wir, wiebodentreu die Bevölkerung das ihr überkommene historische Erbe hegte undpflegte. Dabei ist aber weiter zu bedenken, daß der Name Burg nur auf-kommen konnte für ein Gelände, das sich damals noch mit deutlicher Um-grenzung in Gestalt von Wall und Graben als Fremdkörper darstellte.

So schwer es nun vor Beginn der Ausgrabungen einem noch so tüchtigenBodenforscher geworden sein möchte, an Geländespuren die Umgrenzung dergewaltigen Festung wieder aufzufinden, so genau und gewissenhaft hat dasVolk sich das Bild der Burg gemerkt. So konnte mir schon vor Beginn derAusgrabungen der Hofbesitzer Afhüpper melden, daß in früheren Zeiten diesogenannteGrüfte" wie er den Graben nannte um die ganze Burggegangen sei.