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Aliso bei Oberaden und die Varusschlacht : Römer- und Nibelungenspuren im Lippe- und Ruhrland, nachgewiesen in Geschichte, Bodenforschung, Heldensage
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Der gegenwärtige Stand der Alisofrage 3

wird keiner mehr leugnen können, daß das Lager in Else das Drususlagerist, gegründet 11 v. Chr. in der Bauerschaft Aliso im Winkel, den der imGründungsbericht als Erlenbach bezeichnete Nebenfluß der Lippe mit dieserunweit seiner Mündung bildet. Heute nun erklärt auch die Archäologie,daß die Seseke dieser Bach sein müsse, nachdem der Spaten den Beweiserbracht hat, daß das im Mündungswinkel der beiden Flüsse gelegene Boll-werk das bekannte Drususlager ist.

So konnte denn vor etwa 20 Iahren schon ein tapferer und sachkundigerVertreter meiner Aliso-These, Prof. Dr. Nöthe, Magdeburg, die Frage auf-werfen: worauf wartet man denn noch? Aber die Antwort, welche unterBerufung auf die Ergebnisse der Spatenforschung gegeben wurde, war soeigenartig, daß auch ich, der ich selbst die Entscheidung der Wissenschaft an-gerufen hatte, sie in ernsteste Erwägung ziehen mußte; und ihr ist es zudanken, daß ich auf der Bahn meiner Forschung weiter fortschritt, ermuntertauch durch ein für jede Alisoforschung grundlegendes Wort aus dem HalternerFührer 1903, S. 32:Es kann sich nur darum handeln, welches das vonDrusus angelegte Kastell ist und in welcher Reihenfolge dann die übrigenAnlagen entstanden sind."

So zog auch ich denn schon vor mehr als 2 Jahrzehnten aus den Aus-grabungsergebnissen folgenden Schluß: Selbst wenn die Römer ihr imJahre 11 o. Chr. in der Bauerschaft Else-Aliso errichtetes Drususlager früher,als wir vordem annahmen, verlassen haben sollten, ist damit keineswegsgesagt, daß sie auch den Platz verlassen haben. Und eben das sagt ja dieschon von uns wiedergegebene Ansicht Koepps.

Dabei blieb jedoch immer noch ungewiß, wann denn nun eigentlichdieser Termin der Preisgabe des Lagers anzusetzen sei und unter welchenVerhältnissen sie erfolgt sein könne. Aber auch hier gingen die Ansichtenweit auseinander. Während auf der einen Seite gesagt wurde:Die vomSpaten erfaßten Bodenreste: Gefäßscherben und Münzen, lassen unter keinenUmständen den Schluß zu, daß das Lager länger als 3 Jahre belegt gewesenist: Aliso aber hat 27 Jahre, von 11 v. Chr.16 n. Chr. bestanden", er-widerte die Gegenseite:Gerade eine eigenartige Gruppe von Bodensunden,die sogenannten Mauer speere (,pila irruialia), beweisen, daß dasDrususlager auch 9 n. Chr. noch bestanden hat, denn diese Speere zeigen an,daß dieses Lager eine schwere und lange Belagerung ausgehalten hat: eswird nie gelingen, einen solchen Tiefstand der römischen Sache in Germanienvor der Varuskatastrophe denkbar zu machen; darum ist die Belagerung,die das Elseyer Lager bestanden hat, eben die, welche uns Vellejus Pater-culus, ,ein wohlinformierter Zeitgenosse und Zeuge', meldet, wenn er vonRömern redet, die nach der Varusschlacht zu Aliso belagert wurden, alsoin einer germanischen Bauerschaft Aliso, in der die Römer ein festes Lagergleichen Namens hatten." Wenn trotzdem wieder Scherben und Münzen, alle wie es hieß nur der Drususzeit angehörig, gegen die übrigen Beweise,besonders auch gegen das Zeugnis der Mauerspeere angerufen wurden, solautete die Entgegnung:Aber wie erklärt sich denn die Unmasse un- misch er, germanischer Scherben im Lagerboden, deuten sie nichtunwiderleglich auf Neubelegung des Drususlagers mit römischen Hilfstruppen,die unrömisches Geschirr gebrauchten, weil sie selbst Germanen waren?"

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