Druckschrift 
5 (1802)
Entstehung
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In Burgund herrschten gleichfalls Ver-wandtcnhändel, die den Franken eine er-wünschte Gelegenheit verschafften, auch die-sen Staat unter ihre Herrschaft zu bringen.Gnndobald, der Oheim der Chlotilde, hatte,um über die Burgunder ganz allein zu herr-. scbcn, seinen Bruder Godegisel, der zuVienue rcsidirtc, überfallen, und hinrichtenlassen. Er hinterließ das auf so ungerechteArt zusammengebrachte Reich seinem ältestenSohne Siegmund, der mit einer ostgothi-sehen Prinzessin den Prinzen Siegrig zeugte.Nach dem Tode derselben hcyrathere er einevon ihren Hofdamen. Diese verrieth so vielEitelkeit, daß der Prinz Siegrig sich nichtüberwinden konnte, über seine Stifmuttcrnicht zu spotten.

Das rachsüchtige Weib beredete nun denSiegmund, seinen Sohn im Schlafe ermor-den zu lassen. Seinen Tod rächten die frän-kischen Könige, von ihrer Mutter Chlotildeaufgemuntert. Siegmund, seine zweyte Ge-mahlin und ihre Kinder, wurden erwürgt,und in einen Brunnen geworfen. Sieg-munds Bruder Godomar vertheidigte zwar

die