das Knnstgefühl verlohr sich allmählig sosehr, daß hundert Jahre später die Kunstvöllig in Verfall gerathen war. Nun er-schien aber auch die Zeit, wo viele Kunst-werke zertrümmert oder vergraben wurden.Wie manche schöne Statue wurde nicht vonden rohen Deutschen, oder den unbarmher-zigfrommen Chrisren, gemißhandelt? Jenezerbrachen die Werke der edlen Kunst, weilsie von dem Werthe derselben keinen Be-griff hatten; die Christen aber ließen seitConstanlins des Großen Zeiten blos deswe-gen ihre Wuth an ihnen aus, weil sie inihrem heiligen Eifer die Denkmähler derheidnischen Religion zerstören zn müssenglaubten, und nur die Verehrung der Hei-ligen, in Verbindung mit einem prachtvol-len Gottesdienst, söhnte sie mit der Kunstwieder etwas aus. Jetzt bekam man Bild-säulen des Heilands, der Apostel und derHeiligen mit dem umstralten Haupte.
Die Mahlerkunst wurde zwar zur Zeitder ersten Kaiser zu Rom ziemlich fleißiggetrieben, aber sie blieb von der höchstenStufe der Vollkommenheit noch weit ent-fernt.