Druckschrift 
5 (1802)
Entstehung
Seite
62
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viel zusammengebracht hatten, so nahm er esihnen wieder ab. Einen lebhaften Antheilan seinen Erpressungen hatte seine FreundinCanis, die ehemahlige Leibeigene der Autosnia, der Mutter des Claudius. Vespasianbrauchte sie manchmal, um sich Geld zu versschaffen. Von allen Seiten wurde sie mitGeschenken überhäuft. Für Geld konnte manaber auch alles von ihr erhalten; Staatsannter, Statthaltersclmften, Gcncralsstellen, Priessierwürdcn und günstige Reseriptc. Sie hatteüber den Vespasian, der in ihrem Umgangesehr viel Vergnügen fand, eine große Gewalt.Eben so groß war der Reichthum, den sie sichsammelte. Vcspasians Geldsucht laßt sichdurch den guten Gebrauch, den er von demGelde machte, kaum rechtfertigen, und esbleibt immer ein unedler Zug seiner Denkart,wenn er gleich den armen Senatoren, welchedie Consulwürde bekleidet hatten, ansehnlicheJahrgehalte, und jedem Lehrer der Redekunstüber 5000 Thaler Besoldung, anwies. Uesbrigens vereinigte Vespasian viele gute Ei-genschaften des Charakters. Er stellte denMonarchen mit so vieler Bescheidenheit vor,daß er sich vor den andern Gliedern des

Senats