Druckschrift 
5 (1802)
Entstehung
Seite
48
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wache, die, seit Tibers Zeiten in eine Casernezusammen gedrangt, ihr Gewicht um so imNiger fühlte, ließ eben dieses Gewicht nichtunbenutzt, um von der Besetzung des ThronesVortheil zu ziehen. Der schon 72 Jahr alteGalba wollte (68) seine Leibwache nicht er-kaufen, sondern wählen; daher zahlte er ihrdaS versprochene Geschenk nicht aus, und nunwollte er auch noch überdies eine strengereMannszucht unter den Prätorianer» einfüh-ren. Dieß kränkte diese, ihren wichtigenEinfluß sehr stark fühlenden Leute um so in-niger, je mehr sie sahen, wie er seinen Günst-lingen erlaubte. Recht und Unrecht zu ver-kaufen, mit den Staatsämtern Handel zu trei-ben, und Geldsummen nach Belieben zu er-pressen. Sie wurden daher bald einig, denuntüchtigen Regenten aus der Welt zu schaf-fen, und den Qtho, einen der Vertrautendes Nero, auf den Thron zu erheben. Otho,auch Galba's Freund, fand sich sehr beleidigt,als dieser nicht ihm, sondern dem jungenPiso, die Thronfolge versicherte. Er kam'derAusführung dieses Planes dadurch zuvor, daßcr, mit Hülfe der Prätorianer, den Galbaverdrängte. Dieser gab zwar einigen Tribu-nen