Druckschrift 
Zweyter Theil (1788)
Entstehung
Seite
335
Einzelbild herunterladen
 

Merkwürdige Umstände bey dem Regen. 335

Derselbe Grundsatz giebt von den plötzlichen undheftigen Windstößen Rechenschaft, welche die SeeleuteWirbelwinde (grains) nennen, und durch das Falleneines Regens oder einer Wolke hervorgebracht zu seynscheinen. Wenn die unteren stark erwärmten, und alsonach Dunsten begieriger gewordenen Luftschichten auf ein-mal von einer Menge, sehr zertheilten und dadurch selbsteiner schleunigern Verdunstung fähigern Wassers, durch-strichen werden; so muß sich gleichzeitig eine hinlänglichbeträchtliche Menge von elastischem Dunst bilden, umder Luft einen heftigen Stoß zu geben, und um einenWindstoß oder einen augenblicklichen Sturmwind hervor-zubringen. Und wenn zwey oder drey von diesen Regen-säulen auf einmal in geringer Entfernung von einanderherabfallen; so befindet sich ein, dem Kampfe dieser stür-mischen Ströme ausgesetztes, Schiff in der grösten Gefahr."

§. 843-

Ich könnte ein argumentum acl stom'mem gegendiese Idee des Herrn von Saussure gebrauchen; dennwir haben oben (§. §. 660. 595.) gesehen, daß er vor-aussetzt, daß die Gewitter und sogar jeder Regen vondem Aufsteigen von Dünsten herrühren, die sich in denkalten Gegenden der Atmosphäre verdichten. Nachdieser Hypothese nun, könnte hier keine sehr merklicheVerdunstung der Regentropfen in den Säulen selbst,welche dazu das Wasser hergeben, Statt haben. Daich aber diese Hypothese nicht zulasse; so halte ich mich,bey dem daraus entspringenden Einwürfe, nicht auf.Indem Herr von Saussure die Wirbelwinde zumBeyspiel wählt; so hat er den wirklichen Einwurf, denich gegen seine Theorie zu machen habe, einfacher ge-macht. Denn es betrift hier nicht mehr ein heißes undtrocknes Land, welches er anfangs voraussetzte, wo-ben