^2 III Abtheilung. VIII. Kapitel.
Nord- Ost werden können; nämlich den Unterschied in derSchnelligkeit der Bewegung der Erdoberfläche unter un-serm Parallclkreise, und der Geschwindigkeit unter demAequator oder in der Palargegend. Wenn die Luft, wel-che den Aequator verlaßt, hier ruhig war; d. h. wennsie sich eben so schnell hier bewegte als die Oberfläche derErde, und, indem sie in unser Klima gelangt, hier nocheinen Theil ihrer Bewegung in dieser Richtung beybe-hält; so muß sie der Oberfläche der Erde in derselben Rich-tung. nämlich von Westen nach Osten zuvorkommen, undalso Süd-West werden. Die umgekehrte Ursache würdefür uns die Nordwinde in Nord-Ost verwandeln. End-lich giebt es noch eine regelmässige aber schwache Ursachevon Bewegung in der Atmosphäre, nämlich den Unter-schied in den taglichen Ständen der Sonne, welcherbey sonst ruhigem Wetter macht, daß die Morgenröthemit einem kleinem Ostwinde und der Sonnenuntergangmit einem kleinen Westwinde begleitet ist; aber die ge-ringsten verschiedenen Bewegungen in der Luft machenjene verschwinden.
§. 84l.
Dieses sind, sageich, die am besten bekannten Ur-sachen von Bewegung der Luft in der Atmosphäre; aberes muß noch andre und mächtigere geben, weil so we-nig Uebereinstimmung unter diesen ersten und den Win-den ist. Es sind ohne Zweifel noch zwey andre Ursachenübrig, wovon die eine das Umgekehrte der andern ist;nämlich die Ausdünstung und der Regen: wenn mansie aber auf die gewöhnliche Weise betrachtet, so werdenes sehr schwache Ursachen seyn. Die Ausdünstung wirktunverändert an der ganzen Oberfläche der Erde, und obsie gleich ohne Zweifel häufiger in den Gegenden ist, dieeine stärkere Hitze leiden, und diese Gegenden unverän-dert