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Zweyter Theil (1788)
Entstehung
Seite
329
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Merkwürdige Umstände bey dem Regen. 529

§. 8Z7.

Das trübe Wetter, wovon ich reden wollte, hatzu jeder Jahrszeit Statt; und folglich keine Verbindungmit dem Unterschiedein der Temperatur der großen Was-sermassen und der Luft: es wird durch wahre Wolkenhervorgebracht, worunter ich die Haufen von wässrigenBläschen verstehe, welche in der Luft durch die Ursachedes Regens selbst gebildet werden; deren Schichte dieGipfel ziemlich hoher Gebirge übersteigt, und die ichselbst oft sich über den Mont-Blanc erstrecken gesehenhabe. Indem ich von der Dauer der Wolken han-delte, habe ich gezeigt, daß sie nicht von der Dauer des-selben Haufens von Bläschen, sondern von der Bildungneuer Bläschen, in dem Maaße wie davon verdünster,herrühre. Die Ursache des Regens wirkt also bestän-dig fort, in diesen Schichten; sie hat hier aber nicht gc>nung Intensität, um die Verdunstung zu übersteigen:wodurch dieses Phänomen einige Aehnlichkeit mit dem,bey großen Seeen ohne Ausfluß, hat, wie z. B. dasCaspische Meer ist, wo das Wasser nicht zunimmt, ob-gleich die Flüsse es beständig zuführen. Wenn dieseSchichten von Wolken einige Tage gedauert haben; sozerstreuen sie sich oft, ohne daß es geregnet hätte; einandermal regnet es, und der Regen ist alsdann baldanhaltend, bald abbrechend. Da nun die unmittelba-ren Ursachen dem Gange ihrer Wirkungen folgen müs-sen; so zeigen uns also diese Phänomene neue Charakterevon der unmittelbaren Ursache des Regens, und kön-nen sie zu entdecken dienen.

§. 8z8.

Wenn ich nunmehr die vorigen Bemerkungen zusam-mennehme ; so folgt daraus ein allgemeiner und sicher

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