Bemerkungen über die atmosph. Elektricität. 315
nehmen dessen, welches beym Fallen des Thaues Statthat, besteht; so scheint er mir nicht groß genug zu seyn,um wesentlich diese beyden Gänge zu unterscheiden: ichwerde sie also bey meinen Bemerkungen vereinigen.
§» 8-5>
Herr von Saussure glaubt die Gesetze dieses tägli-chen Ganges der Luftelektricität mit seinem System,von einer gewissen Verwendung des elektrischen Flui-dums zur Bildung der dläschenformigen Dünste, undvon der Befrcyung dieses Fluidums, wenn die Bläs-chen verdunsten, oder sich in Wassertropfen auflösen,verbinden zu können. Ich habe aber oben (§. 64z) ge-zeigt, daß dies System, mit weniger zweydeutigen Phä-nomenen als diese sind, nicht übereinstimme. Ich findealso die Idee (worüber wir beyden einerley Meinung sind§. 644) wahrscheinlicher, daß das elektrische FluidllMsich bey mehrern Operationen der Natur zersetze undzusammensetze: aus welcher Idee mit ziemlicher Wahr-scheinlichkeit fliest, daß, (wenn man die Ausnahmen, wel-che die Winde hervorbringen, bey Seite setzt) wenn dasElektrometer eine Zunahme des elektrischen Fluidumsin der Luft anzeigt, sich davon aufs neue gebildet habe.Alsdann erhält auch die Erde davon, aber die Luft be-hält immer einen kleinen Ueberschuß, wegen ihres nicht-leitenden Vermögens.
§. 8-6.
Wenn ich nunmehr nach den Beobachtungen desHerrn von Saussure den taglichen Gang der Luftelek-tricität bey heiterm Wetter betrachte; und auf einen Au-genblick ihre Zunahme beym Fallen des Thauesbey Seite setze; so werden wir hier ein merkwürdigesKennzeichen finden, nämlich, daß er fast gänzlich den
Gän-