276 III. Abtheilung. VI. Kapitel.
§. 790.
Um diesen Schluß zu schwachen, schreibt Herr von(Aauhuvc diesem Phänomen eine besondre Ursache zu.„Es geschieht, (sagt er §. 955) weil der Thau, indem erauf die erwärmte Erde fällt, zum Theil verdunstet,und also die, dem Orte, wo sich diese Dünste bilden,benachbarte Luftschichte erfrischt. Aber (setzte er hinzu)eine genaue und entwickelte Erklärung dieses Faktumsist keine leichte Sache, und erfordert neue Beobachtun-gen und Untersuchungen, die sich Herr Picket vorge-nommen, und von denen man sich die wichtigsten Resul-tate zu versprechen hat." Ich gebe zu, daß dieser be-sondre Umstand schwer zu erklären sey, und erwarte mitUngeduld, daß Herr Picket alle seine Beobachtungenüber diesen Gegenstand bekannt mache. Unterdessen aberfliest daraus a flarrlori, daß die HVät'lne des Et'ddc>->dens nur einen geringen Einfluß in die Verhältnisse derWärme der verschiedenen Schichten der Atmosphäre ha-be; weil sie nicht einmal die Wirkung einer größern zu-fälligen Ausdünstung übersteigt: wovon ich einen be-stimmtem Beweis geben will.
Z- 79r.
Wie ich an einem Morgen auf einem mit sanftemGrase bewachsenen Platze bey einem meiner höchstenStandpunkte auf dem Gebirge von Saleve mich befand,so sahe ich hier Reif (^elae Ulanclie) sich bilden. DasGras war anfangs nur angefeuchtet; aber gegen Son-nenaufgang kühlte die Luft sich etwas ab, durch einenschwachen Ostwind, und nun wurde das Gras weiß;obgleich das Thermometer etwa nur um gefallen war.Ueber dies Phänomen in Verwunderung, setzte ich dieKugel des Thermometers auf das Gras, und es fiel et-was