266 III. Abtheilung. VI. Kapitel.
Warme hervor. Die heiße Kugel würde also nurdie Oberfläche der Erde erwärmen, nachdem sie die Lufterwärmt hat, diese mag dünn oder dicht, rein oder mitDünsien vermischt seyn. Das Feuer, welches ausihr gienge, würde in diesen ganzen Raum verbreitet,und der Boden oben auf den Gebirgen so wie in denEbnen, würde nicht mehr erhitzt seyn, als die benach-barte Luft. Da also die, durch die Sonnenstrahlenerzeugte Wärme einem ganz andern Gange folgt, sosind diese Strahlen kein Feuer.
§. 782.
Herr von Saussürc und ich sind über ein andresFaktum einig, nämlich; daß je isolirtcr ein Berggipfelist, desto kalter (bey übrigens gleichen Umständen) isthier die Luft: und ebenfalls sind wir es auch über dieunmittelbare Ursache dieses Phänomens, nämlich; daß,je weniger Verbindung die Luft mit dem durch die Son-umstrahlen erwärmten Erdboden hat, desto wenigerWarme sie von ihm erhalten kann. Dieses läßt abernoch zwey Umstände zu entscheiden übrig; erstlich, wiedie Sonnenstrahlen den Erdboden erwärmen, und dann,wie weit sich die Warme erstrecke, welche dieser in derLuft hervorbringt. Auf den ersten Umstand habe ich ge-zeigt, daß, wenn die Sonnenstrahlen das Feuerselbst wären, der Erdboden nicht heißer, als die benach-barte Luft seyn könnte. Durch Verbindung also miteiner andern Substanz in dem Erdboden, bilden siehier Feuer; und da sie oben auf den Gebirgen dichterals in den Ebnen sind; so erwärmen sie den Erdboden,der erstern stärker: daher die Vegetation, unter allenihr günstigen Lagen, auf den Gebirgen schneller geschieht,als in den Ebnen. Aber ohngeachtet dieser größern Kraftder Sonnenstrahlen den Boden der hohen Thaler in
den