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Zweyter Theil (1788)
Entstehung
Seite
225
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Von der atmosphärischen Luft. 225

gen fähig sind. Und da Herr Lavoisier uns ferner ge-zeigt, daß die Klasse der Säuren weit zahlreicher seyals man glaubte; so folgt daraus, daß eine MengeSubstanzen, deren Daseyn sehr gewiß ist, uns in ihrereinfachen Gestalt unbekannt sind; und daß, wenn sieallein exiftircn, sie von dem Anschein einer Säure sosehr entfernt seyn können, als die Basis der dephlogisti-sirten und inflammablen Lust, getrennt genommen,von dem Anscheine des Wassers.

§. 74i.

Hier ist also, wiederhole ich, eine große Dunkelheit,welche ein erster Grad von Licht offenbart. Wir nann-ten Salpetersäure eine Flüssigkeit, wovon die wirklicheSalpetersäure nur ein vielleicht sehr kleiner Theil ist,und die uns an sich selbst durchaus unbekannt bleibt. Sodaß wir keinen Grund hätten jetzt zu erstaunen, wennwir diesen Bestandtheil (so wie diejenigen, welche dieandern besondren Säuren ausmachen) unter cincrdurch-aus unerwarteten Gestalt entdeckten. Daher ist es bisjetzt erlaubt, diesen unbekannten Bestandtheil unter jederForm und in jeder Substanz zu suchen, welche durch ihrePhänomene den geringsten Grad von Wahrscheinlichkeitdazu entstehen ließe. Wenn man auf der andern Seite,von der (nach der Theorie des Herrn Cavendlsh) vor-getragenen Analyse der Bestandtheile der atmosphäri-schen Luft ausgeht; so möchte es scheinen, daß eine vonden nothwendigen Bedingungen zur Umwandlung dieserLuft in wässrige Dünste, das Entziehen der eigen-thümlichen Substanz der Salpetersäure sey: und um-gekehrt, daß das Hinzuthun dieser Substanz zu den wässe-rigen Dünsten, eine nothwendige Bedingung zur Um-wandlung derselben in atmosphärische Lust seyn könne.

Le Lucs Meteorol. -> Th,

P X §- 74-.