224 III. Abtheilung. V. Kapitel.
stvn, das nach Herrn Cavendish in der phlvgistischenLuft enthalten ist. Denn durch Verbindung dieserSubstanz mit der Basis der dephlogislisirten Luft, undmit dem besondern Bestandtheile der Salpetersäure,erscheint diese Saure in flüssiger Gestalt: und unterdieser Gestalt bringt sie in der Lauge dieselbe Wirkunghervor, als wenn man gemeine Salpetersäure hinzu-gegossen hatte.
§. 74O.
Die Säuren sind in der Natur ein großes Geheim-niß geworden, seitdem man angefangen hat, hierctwasdiftinktes zu entdecken; und wir verdanken Herrn Lavoi-fler den Schritt in der Untersuchung ihres Wesens, durchseine Theorie über dasjenige, was er Acidisikationnennt. Vielleicht aber besteht die von Herrn Lavvisieralso bezeichnete Operation nur in dem, den Säurendadurch gegebenen Vermögen ihre Wirkungen hervor-zubringen, wenn man sie flüssig macht. Die Ver-wandschaften dieser Substanzen äußern sich vermuth-lich durch gewisse besondre Seiten. Damit sie dieserGattung eines Hanges gehorchen können, müssen sie einegroße Freiheit genießen; welches nur bey flüssigen Kör-pern oder discreten Flüssigkeiten geschehen kann. Ichwürde daher glauben, daß dies der Grund von demsey, was Herr Lavoisier entdeckt hat; daß sich niemalseine Säure zeige, ohne daß der merklich schwere Theilder dephlogisiisirten Luft (nämlich ihre Basis) mitihr verbunden sey. Dies ist aber nicht hinreichend, da-mit die Säure verdünnt werde; sie muß ferner nochdie Basis der inflainmablen Luft enthalten, welche mitder erstem Wasser bilden wird. Die unter flüssigerGestalt wirksamen Säuren sind also Wasser, das be-sondre Theilchcn enthalt, welche der bekannten Wirkun-gen