Druckschrift 
Zweyter Theil (1788)
Entstehung
Seite
211
Einzelbild herunterladen
 

Von der atmosphärischen Lust. 211

seyn werde. Indessen hat D. Pricstley ein lustförmi-gts Flmdum gefunden, welches zwar zu der erstenOperation sehr geschickt, zur letzten aber durchaus un-tauglich ist: es ist diejenige, diccrdephlogistislrleSa^Pttcrluft in seinem letzter» Werke nannt, wo er die Bil-dung und Phänomene dieser Luft vorgetragen hat.

§. ?2?.

Nach dieser einzigen Thatsache scheint es mir offen-bar: daß, sobald alle unsre Sinne unser Urtheil über dieNatur der Substanzen nicht unterstützen können, undwir sie nur aus einigen Wirkungen kennen, die auffal-lendsten Analogiecn in diesen Wirkungen keine sichre Zei-chen von absoluter Identität sind: denn es ist uns im-mer unbekannt, ob sich nicht durch unvermuthete Phä-nomene ein Unterschied unter ihnen offenbaren würde.Ohngeachtet der großen Analogiecn also, zwischen deratmosphärischen Luft, und einer gewissen Mischungvon mephltischer und Lebenslust, fliest ihre absoluteIdentität noch nicht daraus nothwendig genug (vorzüg-lich aus dem entgegengesetzten Grunde, den ich oben er-klärt habe); daß man diese hypothetische Identität dem,was aus andern Phänomenen zu entspringen schiene,entgegenstellen könnte. Denn nichts hindert daß eineSubstanz, deren Thcilchcn alle homogen sind, in gewis-sen Fällen dieselben Wirkungen hervorbringen könne,wie eine gewisse Mischung von heterogenen Theilchen:indem aller Unterschied hicbcy darinn besteht, daß diehomogene Substanz sich zersetzen muß, um diese Wir-kungen hervorzubringen, anstatt daß die heterogeneSubstanz sie unmittelbar hervorbringen kann. Ich gehezu einer weniger direkten Betrachtung über die Naturder atmosphärischen Luft.

Os §. 728.