2io III. Abtheilung, v. Kapitel.
handeln, wenn die Folge gefahrlich seyn könnte. Undhier z. B. glaube ich nicht, daß jemand, ohngeachtet derAnalogiecn zwischen der atmosphärischen Luft und einerMischung von z Theilen mephitischer, und i TheileLebensluft, in einem solchen Gemisch leben wollte.Die Lebenslust kann zwar, obgleich mit mephitischervermischt, das Leben einige Zeit erhalten; aber würdesie auch die Gesundheit erhalten? Die mephitische Luftmit Lebenslust vermischt, kann zwar nicht unmittelbarden Thieren schädlich seyn, wäre sie aber nicht ein lang-sames Gift? Niemand, glaube ich, würde sein Lebenoder seine Gesundheit der Gefahr eines Irrthums in die-ser Theorie aussetzen: so wie niemand sich gern vonKrast-brühen nähren würde, die mit dem Marke der Fleisch-speisen, aus denen sie gezogen sind, vermischt wären; ob-gleich auch die Kraftbrühen in weit geringerer Menge,als das Fleisch auf einige Zeit das Leben erhalten, undalso in dem Fleische selbst das Nahrhafte ihnen zuzuge-hören scheint.
§> 726.
Diese allgemeinen Betrachtungen werden von einemauffallendem Beyspiel unterstützt, das ein Versuch desD. Pricslk!) an die Hand giebt. Die mephitische Lustdie zum verbrennen untauglich ist, ist es auch zumAchemhoicn. Die Lebens- und atmosphärische Lustsind ihrem Grade nach zu beyden tauglich. Die Modi-fikationen, welche diese beyden Lustarten beym Ver-brennen vegetabilischer oder animalischer Substanzen,und beym Athmen erleiden, haben auffallende Analo-giecn. Es schiene also, daß man aus diesen Thatsachenmit Grunde schließen könnte; daß jede Lust die zumVer-brcmren, besonders zu dem von vegetabilischen oderanimalischen Substanzen geschickt ist, es auch zum Athmen
seyn