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Zweyter Theil (1788)
Entstehung
Seite
208
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2oZ !ll. Abtheilung. V. Kapitel.

§. 724.

In jcdcm Klima und in jeder Höhe, bringt die at-mosphärische Luft, wenn sie nicht durch lokale Ursa-chen verändert ist, bey unsern Versuchen merklich einer-ley Wirkungen hervor: welches nach der Hypothese vonHerrn Lavoisier voraussetzen würde; daß überall undzu jeder Zeit die Atmosphäre aus derselben Mischung vonLebenslust und mephitischep Lust zusammen gesetztsey. Da es hier nur auf zwey Luftarten von ungleicherspecifischen Schwere ankömmt, so scheint mir diese Vor-aussetzung nicht natürlich; vorzüglich wenn man Luft-arten, in verschiedenen Höhen genommen, vergleicht.Man wird ohne Zweifel dieser Betrachtung das Phäno-men entgegensetzen, welches D. Priestley bey einer Mi-schung von inflammablcr und atmosphärischer Luftbetrachtete, wo sich dasselbe Verhältnis zwischen den bey-den Luftarten, oben und unten in dem Gefäße befand.Dies ist aber nur ein Beyspiel von dem, was ich schonoft gesagt habe ; daß Versuche, mit ausdehnbaren Flüs-sigkeiten in verschlossenen Gefäßen angestellt, trüglichwerden können. Eine Eigenschaft dieser Flüssigkeitenist, den ganzen Raum, der ihnen gelassen wird, einzu-nehmen zu suchen. Es müssen daher zwey LllftartM,die sich nicht chemisch verbinden, da beyde diesen Hanghaben, sich in dem ganzen Raume, der enge Gränzenhat, vermischen; vorzüglich wenn eine von beyden, weilsie zarter als die andre ist, leicht in die Zwischcnraumeder Thcilchen der letztem eindringt. Aus demselbenGrunde brachten bey den hygrologischen Versuchen des-Herrn von (Jaussure, kleine Stücke von angefeuchtetemLeinewand, die er in einem großen iustvoiim Ballonaufhieng, hier eine allgemeine Auchtheit hervor; ob-gleich die specifische Schwere der wässerigen Dünste,mehr als um die Hälfte geringer ist, als die der gemei-nen