2v6 III. Abtheilung. V. Kapitel.
Theil ihrer Masse die atmosphärische Luft durch diewirksamste dieser Operationen vermindert werden könne,so fand er; daß ihre größte Vermmdrung durch Ver-brennen des hombergischeu PyspphorS Statt habe,und sich auf ^ belaufe: dies führte ihn auf die Bestim-mung der comparativen Mengen der beyden Lustartcn,aus denen, wie er annimmt, die atmosphärische Lustdurch bloße Mischung zusammen gcsezt sey. Nach denwichtigsten Funktionen endlich, derjenigen unter diesenLustartcn der er alles zuschreibt, nämlich das Leben zuerhalten, nennt er sie Lebenslust, und aus dem entge-gengesetzten Grunde nennt er diejenige, welche er zunichts tauglich fand, mephitlschc Luft.
§. 72Z.
Wenn ich bloß die Thatsachen, aus denen diese bey-den verschiedenen Hypothesen über die atmosphärischeLust geschlossen sind, betrachte; so scheinen sie mir aufgleiche Weise wahrscheinlich. Auf den ersten Blick scheintmir die von Herrn Lavoisicr einfacher zu seyn, weil diebephlogistisrte (oder Lebens-) Lust sich zu denselbenFunktionen ganz verwenden kann, welche nur der vierteTheil der atmosphärischen Lust verrichten kann; undweil die erste dieser Luftarten sich hier, sie sey alleinoder mit dem unwirksamen Rückblcibsel der letzten ver-mischt, verwendet. Die Hypothese des Dr. Priestleydünkt mich also verwickelter zu seyn, weil sie voraussetzt,daß die atmosphärische Luft, ein homogenes Fluidum,ihre Natur verändern könne, indem sie ^ ihrer'Masseverliert, und daß der besondre Bestandtheil, welcher sichalsdann davon trennt, unter der Gestalt einer andernLust erscheinen könne. Dies ist aber nur einer vonden unzahligen Fallen, in welchen gewisse Bestandtheiledie zur Existenz besondrer Substanzen nothwendig sind,
davon