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Zweyter Theil (1788)
Entstehung
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205
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Von der atmosphärischen Luft. 2O5

nach, sehr begierig nach Phlvgiston waren, welchesFluidum, im Gegensatze der phlogistifchen Luft zueben denselben Operationen geschickter war, als die ak>mosphärischc Luft: und indem er glaubte, daß diesesVermögen bey ihm daher rühre, weil cS sich mit meh-rcrm Phlogiston überladen könne, so nannte er es de-phlogistifirte Luft. In dieser Theorie betrachtete alsoDr. Priestley die atmosphärische Luft noch als einhomogenes Fluidum, das bey diesen Prozessen, vondenen er glaubte, daß sie ihrem Grunde nach von derselbenGattung wären, und die er phlogifiische Prozesse nannte,seine Natur verändere, indem es an seiner Masse verliert.Ich werde mich hier bey dem ersten Theile dieser Theorieverweilen, ohne mich auf die, über den lezten Theil erho-benen Streitigkeiten einzulassen, die für meinen Gegen-stand gleichgültig sind.

§. 722.

Herr Lüvoism', dem die Chemie und besonders derTheil, welcher die Luftarten und das Feuer bctrift, soviele Entdeckungen und wichtige Aussichten verdankt,hat eine andre Hypothese über die Natur der atmosphä-risch eil Lust entworfen. Indem er das ganze Feld vonProzessen durchlaufen, wodurch diese Luft Verminderun-gen erleidet (sie seyen unmittelbar oder durch Entziehungder fixen Luft); so bemerkteer: daß, wenn er diesenVerlust durch eine gleiche Menge von dephlogifiifirterLuft des Dr. Pt'iefiley ersetzte, diese Mischung dieselbeWirkung hervorbrachte, wie die atmosphärische Luftselbst. Hieraus schloß er: daß die letztre Luft eine Mi-schung von zwey Gattungen luftformiger Flüssigkeitensey, wovon die eine zu allen diesen Operationen durch-aus unfähig war, die andre hingegen sich dabey gänz-lich aufwandte. Indem er darauf suchte, um welchen

Theil