172 III. Abtheilung. IV. Kapitel.
§. 692.
Seitdem ich mich mit den meteorologischen Folgerun-gen aus der Entdeckung, wovon im vorigen Abschnittegehandelt ist, beschäftige, war ich über den NebelstrvM,der im Winter aus den Nasen derThiere geht, erstaunt.Indem ich über dies Phänomen nachdachte, stellte ich mireinen angefeuchteten Schwamm vor, der die Höhlung einesBlasebalgs füllte und in thierischer Wärme gehalten wurde.Dieser Apparat sollte die Lungen vorstellen, angenommendaß sie Wasser enthalten; und die Bewegung des Bla-sebalgs wäre, was die Hervorbringung von Dünstenbetrift, dem Athmen analog. Ich kann mir aber nichteinbilden, daß man es so durch Versuche fände. DieAusdünstung wäre nothwendig in den Höhlen desSchwammes langsam; weil die Dünste sich nur erzeu-gen könnten, indem sie die Luft verdrängen: und dieseausgetrieben wäre, ehe sie sich mit Dünsten im Mari--MUNI vermischt hätte. Nach derselben Betrachtung würde,je schneller man den Blasebalg bewegte, desto wenigerjedes Austreiben der Luft Dünste mit sich reißen; undhingegen, obgleich das Athmen der Thiere heftiger wird(wie z. B. bey starker Leibcsbewegung); so bringt jedesAusachmen wenigstens dieselbe Menge Dünste hervor:so daß die Nasenlöcher der Thiere sodann den Oefnungen;n dem Deckel eines Gefäßes, worinn Wasser kocht, gleichen,
§. 69 z.
Damit eine solche Menge von Wasser in Dünstenbey jedem Aushauchen herausgehe, müste es durch dieZweige der Luftröhren, ihreMamifikationen und Bläschen,welche die eingeathmete Luft aufnehmen, beständig aus-schwitzen. Was würde nun aus diesem Wasser zur Zeiteines Nebels werden, wo die Dünste so sehr ihr Ma.ri-MUM in der Luft überschritten haben, daß sie mit einer
großen