156 III. Abtheilung. IV. Kapitel.
§. 675.
Ich war im Begriff nach Paris zu reisen, als ichdiesen Brief erhielt und schrieb sogleich an den D. Priest-ley und bat ihn mir zu erlauben, diese neuen Phänomenehier einigen Physikern mitzutheilen, mir denen ich michoft in den beyden vorigen Jahren über Meteorologie un-terhalten hatte. Ich erhielt seine Antwort im Januar178? zu Paris: „Ich antworte Ihnen sogleich da ichIhren Brief erhalten habe und addressire den meinigenIhrem Verlangen gemäß nach Paris. Die Einwürfedie man, wie Sie mir melden, zu London gegen meineletzten Versuche gemacht hat, haben so wenig Grund, daßich mich dabey nicht aufhalte; es müssen aber neue Um-stände noch geprüft werden, ehe man auf ihre Bekannt-machung denken kann. Wenn ich eine irdene Retortegebrauche, die vor und nach dem Versuche von der Luftundurchdringbar ist, so kann ich ihn, so oft ich will,wicdcrhohlen, indem ich neues Wasser auf denselben wie-derum calcinirten Kalk schütte und ich erhalte immer die-selben Resultate d. h. ich bekomme jederzeit durch diesWasser Luft, Gewicht für Gewicht. Gebrauche ichaber eine gläserne Netorte, so geht alles Wasser alsDunste über und ich erhalte keine Luft. Wenn ich einenFlintenlauf nehme, so bekomme ich viel Lllft; dies istaber entzündbare, die mit einer leckenden Flammebrennt: ich glaube sie besteht aus gemeiner entzündba-rer Luft, wie sie der Flintenlauf allein geben würde,mit stster vermischt.
„Wenn ich nur etwas Wasser in eine irdne Retortethue und es zu destilliren suche; so verwandelt sich nurwenig in Dunstund oft gar nichts; es erzeugt sich aberviele Luft. Eine Unze Wasser auf diese Art behandelt,gab auf lOO mal ihr Volumen an Luft, die fast eben so
rein