Von der Bildung des Wassers in der Luft. 155
Warltirc, welcher beständig Wasser IN den Gefäßengefunden hatte, in denen er eine Mischung von brenn-barer und atmosphärischer Lust verbrannte, sich be-mühet, die Quelle dieses Wassers zu entdecken und gefun-den habe: „daß eine Mischung von brennbarer unddephloaisfsslrter Lust in gehörigem Verhältniß, durchden elektrischen Funken angezündet, sich gänzlich in Was-ser verwandelte." Diese Entdeckung setzte mich in diegroste Verwunderung. Wasser unter irgend einer Luft-geftalt, war für mich, was das Antreffen der Seevögelfür Schiffer ist, die ihre Magnetnadel verloren habenund aufs Gerathewohl Land suchen.
§. 674.
Bald darauf erhielt ich zu London einen Brief vom! i tcn December von D. Priestlei), worinn er schreibt:„In der Hoffnung Ihnen Vergnügen zu machen, theileich Ihnen einen merkwürdigen Versuch mit, den ich. seitIhrer letztern Gegenwart bey mir, gemacht habe und ichglaube, daß er durch Ihre Theorie über die Wirkungs-mittcl der Natur einiges Licht erhalten werden (Diesbctrift meine Theorie über die ausdehnbaren Flüssigkei-ten nach dem System der mechanischen Physik von Herrn!e Sage) „Ich verwandelte sehr leicht reines Wasserin permanente Luft, Gewicht für Gewicht, indem iches mit lebendigem Kalke verband und einer starken Hitzeaussetzte. Wie ich eine Unze Wasser gebraucht hatte,gicng nichts davon in Dünste über; ein gläserner Ballon,zwischen der Retorte und dem Gefäße die Luft aufzufan-gen gestellt, blieb frisch und trocken. Die Luft ist zumTheil ssre; und insgesammt von der Natur, daß einLicht kaum in ihr brennt."
§. 67;.