Zustand zwischen der Auskamst. u. d. Regen. 151
klinge Folgen von schonen Dagen , weil unsre hygrolo-gischen Grundsätze zu unbestimmt waren, um davonsichre Anwendungen auf die Meteorologie zu machen.Aber jetzt da uns genauere Grundsätze leiten, bringen sieeben so sehr unsre Bewunderung als Erstaunen hervor.Die Regenbchälter füllen sich an, ohne daß wir in derZwischenzeit weder Dunkelheit verspürten, noch Vermin-derung in einem gewissen Grade der Trockenheit, den wirzu allem nothwendig sehen. Die Dünste die sich un-aufhörlich bilden, verschwinden für das Hygrometer, sowie dem Auge; wir genießen einer heitern Lust, obgleichdie Bestandtheile die sie trüben werden um Regen her-'zugeben, sie lange zuvor trüben könnten, durch ihre tag-liche Anhäufung, wenn nicht irgend eine verborgeneUrsache ihnen ihre Durchsichtigkeit erhielte. Kurz,Dünste, die ohne Aufhören in die Luft stiegen, ohneihren Zustand zu ändern, würden sie immer feucht unddurch hohe Wolken verdunkelt halten: ein steter Dhauwürde alles befeuchten und die Sonnenstrahlen nie unsreErndten zur Reife bringen.
§. 670.
Dies würden also die Folgen seyn von dem, was wiruns unbestimmt über die Phänomene der Ausdünstungund des Regens einbildeten, und dies ist jetzt das großeProblem kür die Chemie sowohl als für die Meteorologie,welches richtigere Beobachtungen den Untersuchungen derPhysiker darbieten. Eine doppelte Metamorphose ent-zieht die Dünste unserm Auge und den Gesetzen derHygrologie an schönen Tagen, um sie ihnen aufs neue zuunterwerfen, wenn es regnen soll. Das ausgedünsteteWasser verbirgt sich in der Atmosphäre unter der Ge-stalt irgend eines luftförmigen Fluidums; denn nurdadurch kann es ihrem Drucke, der auf ihm in dem Maaße
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