Druckschrift 
Zweyter Theil (1788)
Entstehung
Seite
117
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Von den Gewittern. 117

Seite der Hagelsäule davon etwas fallen. Aber es fielalsdann nichts, und ich weiß keinen Fall, wo man außer-halb den Gränzen der Gewlttergewöike Schnee gehabthatte. Dasjenige, dessen ich mich noch sehr deutlicherinnere, bildete nur eine große Masse von schrecklicherDunkelheit, vollkommen begränzt und in geringer Höheüber der Gegend wo sie bey Tage Nacht verbreitete schwe-bend: Blitze fuhren von Zeit zu Zeit durch dasselbe undbald darauf hörte ich ein dumpfes Gcmurmcl des Don-ners. Ich habe niemals ein lebhafteres Bild von demgesehen, was die Dichter die Auflösung der Elementenennen; es fiel aus diesem Gewölk eine so ungeheureMenge von Wasser und Eis, daß, als ich den andernTag in die Gegend kam, ich die Gefilde von Strömen ver-heert, die Felder zu Boden geschlagen und die Grabennoch zur Hälfte mit dem vom Wasser hingcschwemmtenHagel angefüllt fand. Man kann sich also unmöglicheinbilden, daß diese ungeheure Menge von Hagel ihreerste Quelle, außerhalb dem Gewölk selbst das ihn ver-breitete, haben könne: fein obrer Theil erreichte nun keinesehr hohe Gegend; und ich habe dies eben so wenig beykeinem Gewittergewölk gefunden, das ich von oben oderin hinreichender Distanz gegen den Horizont zu betrach-ten Gelegenheit gehabt habe. Ich kann inzwischen nichtdaran zweifeln, daß der Hagel zum ersten UrsprüngeSchneeflocken habe, welche im Fallen durch das Ge-wölk streichen; welches mich denn vermuthen läßt, daßsie sich oben in dem Gewölke selbst bilden, durch einplötzliches Erkalten das von irgend einer chmmschenUrsache abhängt. Die Anfälle von Hagel selbst schei-nen diese Meinung zu begünstigen : denn sie zeigen, daß,welche Ursache ihn auch auf einmal erzeugt (wie die Platz-regen, Windstöße und den Donner) wenn die plötz-liche Wirkung vergangen ist, eine gewisse Zeit nöthig sey,

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