Ilo !!l. Abtheilung. I. Kapitel.
§. 6z6.
AuS dieser letzten Betrachtung (wie ich im §. 714.der Untersuchungen über die Modifikationen derAtmosphäre sagte) zog meine Hypothese über die Ver-änderungen des Barometers ihre größte Wahrscheinlich-keit. Und in der That, da die Ausdünstung auf derOberfläche der Erde ohne Aufhören Dünste erzeugt,und sie dennoch nicht in den untern Schichten der Lustbleiben, mußte man sich wohl von dem, was aus ihnenwürde, Rechenschaft geben. Dies l>eß mich glauben,daß sie sich oben in der Atmosphäre fammlcten, und da-her .setzte mich die Trockenheit, welche auf den Gebir-gen von Sst't herrschte, so sehr in Erstaunen. Bey dcnVersuchen, die ich machte, um diese Phänomene mit ein-ander auszumitteln, stellte ich mir anfangs vor, daß dieDünste in noch hühern Schichten als die Gipfel dieserGebirge sind, sich sammletcn; von da sie hernach in dieSchichten, wo sich der Regen bildete, sich herabsenkten.Aber diese Hülfshypothese hielt nicht lange eine aufmerk-same Prüfung aus. Und es war erstlich nichts natürli-ches in einem solchen Gange, weil dabey angenommenwäre, daß die Menge der Dünste unten von der Atmos-phäre an, bis auf eine gewisseHöhe abnähme, um sodannzu wachsen und selbst in den Gegenden, wo die Wärmegeringer ist. Um ferner die Regenwolken in dcnSchichten, wo sie gewöhnlich erscheinen, zu bilden, mußteman eine Ursache erdenken, welche die Dünste hcrab-steigcn ließ. Das Erkalten würde nun die einzige denk-bare Ursache seyn, und außer der Schwierigkeit ihmselbst eine Ursache zuzuschreiben, habe ich oben (§.552.)gezeigt, daß es die Dünste nur, indem es sie ihr Maxi-mum übersteigen läßt, herabsenken kann. Die ersteErscheinung der Wolken müßte also in diesen sehr ho-hen Schichten geschehen, wo man annähme, daß sich die
Dünste