Von dem Regen. 109
Vereinigung andrer Thatsachen: denn wir werden baldsehen, daß sie nicht unmittelbar war. In der zweytenRücksicht, glaube ich, enthalten die Versuche des Herrnvon Saufstire einen Irrthum; denn er hat daraus ge-schlossen, daß die spezifischen Schweren der Dünste undder Luft sich wie 10 zu 14 verhalten, statt daß HerrWatt sie wie 4:9 gefunden hat. (Nach ihm habe ichdiese spezifische Schwere der Dünste in §. ? festgesetzt.) Ichvermuthe, dieser Unterschied rührt daher, daß ein Theil,des bey den Versuchen des Herrn von (Aallssul.'e verdun-steten Wassers, sich an die Seiten des Gefäßes gesetzthatte: wodurch die Menge des Wassers, welche dieäußerste Feuchiheit in der Luft hervorbrachte, noch ge-ringer wäre, als er sie bestimmt hat; welches schon (ohneZweifel nur schwach) meinem System über dieVerändrun-gen des Barometers günstig seyn würde. Aber in demdritten Betracht, nämlich der Verthcilung der Dünstein der Atmosphäre, macht die Abweichung unsrer Ideenüber die Ausdünstung, einen großen Unterschied in An-wendung seiner Versuche auf meine Hypothese. Dennda er die Dünste nach ihrer Erzeugung als durch dieLuft ausgelost ansieht, nimmt er sie in allen Schichtender Atmosphäre in demselben Verhältnisse mit ihr an:anstatt daß nach meinen Ideen, da die Dünste immerunabhängig von der Luft bleiben und in Absicht ihrerMenge, so dünne auch die Luft sey, nur durch die Tem-peratur eingeschränkt sind, sie sich in den obern Theilender Atmosphäre sammlen und hier sogar selbst die Stelleder Luft gänzlich einnehmen könnten. Dadurch würde eSsehr schwer seyn s priori zu beweisen, daß der Unterschiedihrer Menge zu verschiedenen Zeiten, keinen sehr merk-lichen Einfluß auf dieVerändrungen des Barometershaben könne.
6 g 6.