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Zweyter Theil (1788)
Entstehung
Seite
91
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Von dem Regen.

9!

ich durch Clüsctte gekommen war, entdeckte ich die Quelledieser Wolke m dem Oenx clu venr, welche einemKessel glich, in dem das Wasser mit der größten Heftig-keit kochte. , Die 'Wolke nahm die ganze Höhe der Buchtein, langst den schroffen Felsen die sie begränzen; undohne daß weder ihre Ausdehnung noch Dicke, welche sehrgroß waren, abnahmen, strömte sie immer in das Thalhinein: aber alles was auf diese Art aus dem mit Felsenumgebenen Raum herausgieng, war in einem Augen-blicke zerstreut. Ick beobachtete diesen Gang mehr alseine Stunde, ohne hier eine merkliche Veränderung zusehen. Die Bewegungen der in sich selbst stagnirendenMasse,- waren von derselben Natur, wie die eines, durcheine in kalter Luft kochenden großen Wasscrmasse erzeug-ten Nebels. Es war aber damals nicht kalt, und dieWarme nahm sogar zu. Es war also nicht möglich, daßdiese Wolke sich aus dem unmittelbaren Produkte derAusdünstung bildete.

§. 619.

Es wäre unnütz mehrere Beyspiele aus dieser Klassevon Phänomenen anzuführen: denn es wird hinreichen,daß man seine Aufmerksamkeit auf die Wolken hefte,sie mögen frey oder um Gebirge seyn, um hier die Sym-ptome, wovon ich eben gehandelt, zu entdecken; und ichzweifle nicht, daß, wenn man diese- Thatsachen mit dem,was die Theorie sagt, verbindet, man sich überzeuge;daß jegliche Wolke, die eine gewisse Dauer als ein be-sondres Individuum hat, sie nur einer Erzeugung vonDünsten verdanke, die sich in ihrem Schooße selbst be-ständig erneuert, und daß sie also eben so wenig, zweyAugenblicke dieselbe Wolke sey, als diejenige,^welche sichüber dem kochenden Wasser bildet.

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