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Zweyter Theil (1788)
Entstehung
Seite
89
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Von dem Regen. 89

§. 617.

Ich könnte viele besondre Falle anführen, wo diePhänomene der angeführten Klasse mit auffallenden Um-ständen begleitet waren; ich will mich aber auf zwey ein-schränken, wovon das erste eine unmittelbare Beziehungauf dasjenige hat, was ich im allgemeinen ausgedrückthabe. Dies Phänomen ist mir von meinem Bruder, zurBestätigung meiner Ideen über die Quelle der Wolken,mitgetheilt; seine Beobachtung ist folgende: «Ich wareines Tages an meinem Fenster (schrieb er mir) und be-merkte eine Wolke, deren Ende sich von Süd-West nachNord-Ost verlängerte, unterdessen das entgegengesetzteEnde seine Stelle nicht zu verändern schien; dies setztemich in Verwunderung, und ich heftete meine Aufmerk-samkeit auf das unbewegliche Ende und sahe hier eineeben so angenehme als lehrreiche Erzeugung. Sehrkleine Molken bildeten sich hier unaufhörlich, vergrößer-ten und verbanden sich mit der großen Wolke, welchedadurch ihre fortschreitende Bewegung zu erhalten schien.Die kleinen entstehenden Kugeln zeigten sich anfangs iso-lirt in der reinsten Luft, hernach begaben sie sich zu derWolke und folgten so schnell auf einander, daß ich Mühehatte ihnen mit dem Auge zu folgen. Ich sahe das Endedes Phänomens nicht, weil mein Gesicht dadurch so er-müdet ward, daß ich aufhören mußte, es zu betrachten."Was dieses Phänomen merkwürdig macht, ist bloß, daß,durch eine gewisse Zusammenkunft von Umständen, dieQuelle der Dünste von der Wolke abgesondert blieb,anstatt daß sie gewöhnlich in ihr verhüllt ist. Das pas-sendste Bild dieses besondern Falles, wäre eine Kanone,welche in einem Luftstrome aufeinander folgende Schüssethäte: und ich habe auch hier keinen Zweifel (wie beydem vorigen Bilde) daß diese Analogie zwischen den ver-glichenen Phänomenen Statt habe, daß die Dünste

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