Druckschrift 
Zweyter Theil (1788)
Entstehung
Seite
88
Einzelbild herunterladen
 

88 !Il. Abtheilung. I. Kapitel.

diejenige, welche die Einbildungskraft ihnen alsdanngiebt, bey der Untersuchung, wovon ich rede, helfen,indem sie ihre Veränderungen auffallender macht. ESgeschieht oft, daß der Theil, auf welchen man seine Auf-merksamkeit richtet, sich, an dem Orte selbst wo manihn zu beobachten anfieng, zerstreut: oft auch sieht manihn sich ausdehnen, ohne daß die gesammte Wolke sichbewege, und sie zerstreut sich während dieser Ausdehnungnicht weniger. Bisweilen sieht man, unterdessen sich einZweig der Wolke zerstreut, andre sich bilden, sich aus-dehnen und selbst neue Zweige hervorbringen; wodurchdie Wolke größer wird: ein andermal nimmt sie ab,und alsdann verdunsten alle ihre Zweige allmählich undsie erhält nur neue, weil sie sich zerstückt: man bemerktzu gleicher Zeit, daß sie kleiner wird und sie verschwindetendlich ganz. Indem ich diese Metamorphosen derselbenA?vlke beobachte, stellt sie mir nichts so genau vor, alsdie Idee eines unsichtbaren Kessels, der in der Luft auf-gehängt ist, und in dem das Wasser mitHeftigkeit kochte;und dieses Bild ist zu sehr das Emblem von dem, wasman alsdann beobachtet, als daß nicht einige Analogie inden Ursachen Statt haben sollte, d. h. einige Metamor-phose in der Substanz. Dies hat mich auf den Gedan-ken gebracht, daß in der That in der Luft eine allgemeineQuelle von Dünsten sey, welche sie bey gewissen Umstän-den hergiebt; daß diese Dünste, an dem Orte selbst wosich eine Wolke bildet, erzeugt sind; daß durch dieDauer dieser Erzeugung von Dünsten die Wolken sicherhalten, sogar vergrößern, obgleich sie rund herum ver-dunsten ; und daß wenn sie sich zerstreuen es geschieht,weil ihre Ausdünstung nicht mehr durch Bildung neuerDünste ersetzt wird.

§. 617.