86 III. Abtheilung. Z. Kapitel.
der Verdunstung wie jedes andre Wasser unterworfen istund in der That immer verdunstet, sobald die umgebendeLust nicht in der äußersten Feuchtheit ist. z) DerRaum, den ein Nebe! oder eine Wolke einnimmt, wirddurch diesen letzten Umstand bestimmt: denn die Blaseeben existiren nur in dem Raum, wo jegliche Quelle derDünste, nachdem sie anfangs die äußerste Feuchtheithervorgebracht, noch überflüssige Dünste verbreitet: sodaß über diesen Raum hinaus die Bläschen verdunsten.4) Endlich wird diese Verdunstung ganz oder zum Theil,durch das was die Ausdehnung deS Nebels aufhält, ver-hindert, weil die Ursache der Dünste sie zu schleunighergiebt , als daß die Bläschen sich in der Luft verbrei-ten könnten, ehe sie einander zu nahe find. Alsdannzerstört sich ein Theil davon, durch ihre Berührung indem Nebel selbst, und es folgt daraus eine Destillationdes Wassers. Hieraus will ich jetzt diesen Schluß ziehen,daß, wenn sich eine Wolke durch irgend eine Ursache inder Luft bildet, sie hier nur durch die Dauer einer Erzeu-gung von wäffrigen Dünsten an demselben Orte ver-bleiben könne. Der Raum also, den eine Wolke ein-nimmt, ist ein Zeichen entweder von der Größe der Ur-sache, welche die Dünste hervorbringt, oder von ihrerIntensität an irgend einem Theile dieses Raums; dieäußerste Feuchtheit befindet sich nur sehr wenig jenseits;und sobald die Ursache, welche die Dünste erzeugt, auf-hört, zerstreut sich die Wolke.
§. 61;.
Wir sehen Wolke» von unsrer Kindheit an und wun-dern uns also darüber nicht; denn es giebt fast keinen be-wundernswürdiger» Gegenstand in der Natur. DiesPhänomen setzt eben so wenig diejenigen in Erstaunen,welche die Gesetze der Hpgrologie nur wenig erschöpft
haben;