82 III. Abtheilung. I. Kapitel.
den Tröpfchen gewisser kleiner Regen gleich und diese folg-ten indessen, so wie die kleinern allen Bewegungen derLuft : weiches Herr von Smisslire auf eine eben so aus-drückende als wahre Art beschreibt. Die Temperaturwar nur bey — c-°4 meiner gewöhnlichen Skale unddennoch waren alle Körper mit Eise bedeckt, unter derGestalt des Glatteises wovon ich rede, welches in Blat-tern besteht, die einem Messer gleichen und mit der dickenSeite an dünne Baumzweige und Grashalme befestigetwaren. Die Rohrgestrauche glichen Gebüschen von Glas-platten; unsre Haare waren damit bedeckt, (welches fürunsre Ohren gleichsam Schellen abgab) und es bildetensich dergleichen an allen einzelnen Haaren unsrer Ueber-röcke. Das Hygrometer, welches ich damahls hatte undaus verschiedenen Streifen von Elfenbein zusammengesetztwar, kam, in freyer Luft aufgehangen, bald zu der allster-stt'N Feilchrhcit, indem es sich mit einer Eisrindc über-zog, die sich, an dem Rande seiner in die Richtung desWindes gestellten Streifen, in eine hervorspringendeFläche ausdehnte. Ich habe andremal diese Art vonGlatteis in den Wolken auf den Gebirgen gesehen undunter andern an dem Ende eines Tannenwaldes, dessenZweige damit so sehr belastet waren, daß mehrere durchdas Gevaicht abgerissen wurden. Warum bildet sich aberkein Rt'lf, statt dieses Glatteises? Von folgende» Um-ständen hängt vielleicht der Unterschied dieser Phänomeneab. Erstlich -sind die Bläschen überhaupt weit größerin diesen Wolken, als in den bloßen Nebeln, wo dasAuge sie selten unterscheidet, wenn man nicht einVergrös-serungsglas gebraucht, wie Herr von Saussurs gethanhat. Hernach scheint es mir, daß der Reif sich nur beyeiner größer» Kälte bilde, als ich beym Glatteise bemerkthabe, und vielleicht rührt von einem plötzlichen Gefrierendie Gattung von Kryjtallisation des erster» her. Dies
könnte