8o I!I. Abtheiluiig. I. Kapitel.
§. 6io.
Man wird es also nicht als eine Annahme ohneGrund ansehen müssen, daß Bläschen eines flüssigenWassers sich bilden und existiren können, selbst alsdann,wenn die Temperatur der Luft beym Gefrieren ist: weilwir sehen, daß außer dem Erkalten ein bestimmenderUmstand nöthig seyg damit sich das Eis bilde. Dadurchsehen wir Nebel und Wolken, zu Zeiten, wo das Ther-mometer unter dem Punkte des schmelzenden Eises ist,und wo folglich das Eis sich bilden kann. Inzwischenist es weder bey Nebeln noch bey Wolken sehr kalt;weil die Ursache, welche es auch sey, so die Dünstejenseits ihrem Mapimum hervorbringt, auch Wärmeverbreitet. Die wässerigen Bläschen gefrieren nie,ohne ihren Zustand zu verändern; wann aber die Tem-peratur der Luft unter dem schmelzenden Eise ist, undsie sich zerstören, so gefrieren sie. Geschieht dies mittenin den Wolken selbst, so entsteht daraus Schnee; des-sen Dauer wie beym Regen , einen fortgesetzten Ueber-,fluß an Bläschen, zur Ursache hat, der sie ohne Auf-hören einen gewissen Grad der Nahe überschreiten laßt.Alsdann gruppiern sich die zerstörten Bläschen inSchneeflocken, durch eine Krystallisation von besonde-rer Art, welche die Sublimationen charakterisirt, d. h.diePräcipitationcn der durchs Feuer aufgelösten Sub-stanzen. Diese Krystallisation kann in der Luft Statthaben, durch eine gewisse Weise der verschiedenen Artenvon Thcilchcn, welche das Feuer verlaßt, sich zu gruppi-ren. Wenn der Ueberfluß der wässerigten Bläschennicht groß gcnung ist, daß sie sich durch zu große Nähezerstören können; so können sie sich zerstören und gefrie-ren, durch Ursachen von derselben Gattung, welche dieSublimationen an den Seiten der Ocfen und andrerRecipicntcn bestimmen, oder welche das Gefrieren in
einem