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Zweyter Theil (1788)
Entstehung
Seite
74
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74 lii. Abtheilung. !. Kapitel.

Verschwinden der Wolken nach Sonnenuntergang ^d. h. selbst zu der Zeit, wo die Abnahme der Warme dieuntern Luftschichten zur äußersten Feuchtheit führtund Thau hervorbringt. Dieses Verschwinden derWolken geschieht oft bey dem stillsten Wetter; man siehtsie nach und nach abnehmen, ohne ihre Stelle zu veran-dern, und endlich gänzlich verschwinden. Dies ist alsoein unmittelbarer Beweis, daß die'Wolken nicht vonder Abnahme der Wärme in der Schichte, wo sie sich bil-den, herrühren, denn ich kann mir keine sichre Ursachedieser Abnahme denken, als die Abwesenheit der Sonne.Inzwischen scheint dieser letzte Umstand gar keinen Theilan der Existenz der Wolken zu haben; sie bilden sichund verschwinden, in jedem Theile des Tages und derNacht, und durch Ursachen, welche den erkannten oderwahrscheinlich angenommenen Veränderungen der Wär»Mt, durchaus fremd sind.

§- 605.

Dieses so häufige Verschwinden der Wolken in demAugenblicke da der Thau die untern Theile der Luft be-feuchtet, hätte uns die gewöhnliche Trockenheit derobern Gegenden vermuthen lassen können, ehe sie unsdie Beobachtungen oben auf den Gebirgen unmittelbarlehrten. Denn wenn die obern Luftschichten nicht weittrockncr wären als die untern, so könnten die Wolken,welche vor Sonnenuntergange da sind, hier sich nichtselbst in der Zeit zerstreuen, da die Abnahme der Wärmedie Feuchtheit der Luft um sie herum, vermehren muß.Ich will daraus nicht schließen, daß das Verschwindendieser Wolken, ein Beweis von der Zunahme der Tro-ckenheit der obern Schichten sey, in dem Augenblicke dasich der Thau in den untern Schichten bildet; es ist nurein Beweis, daß sie trocken sind, denn was das Phäno-men