Von dem Regen. 7z
daß in unserm Lande wenigstens, die Lust im Augenblickedes Regens sehr selten mit Feuchtigkeit gesättigt ist."Es konnte ihn aber nicht so sehr überraschen, wie mich,weil sein Hygrometer von zwey entgegengesetzten Ursa-chen angegriffen, in dem gewöhnlichen Zustande der Luftimmer zu nahe bey der äußersten Feuchtheit verbleibt.Ich habe oben (§.74.) gezeigt, daß mein Hygrometerunter einer Glocke um 19° 2 (von 98,2 zu 78) zur Tro-ckenheit hingegangen sey, wo das seinige um 1° (von 96zu 97) zur Feuchtheit hinstieg.
Es scheint mir also gewiß, daß die Erfahrung jederErklärung des Regens zuwider ist, welche, die Verdich-tung der, unmittelbar in der Lust durch die Ausdünstungverbreiteten, Dünste, zur Basis hat: welche Folgerungimmer mehr durch Prüfung andrer Phänomene wirdbestätiget werden.
Fünfter Abschnitt.
Von einigen Phänomenen der Wolken, während der Bildungdes Thaues.
§. 624.
Wenn die angenommenen Meinungen der Natur derDinge zuwider sind, so ist es hinreichend, daß ein Zweifelaufsteige, damit alles dazu beytrage die Täuschung zu zer-streuen. Während meiner Versuche über die Messungder Höhen durchs Barometer, und in der Zeit selbst, daich mich mit den Phänomenen des Thaues beschäftigte,um sicherer die Phänomene der Dünste zu zergliedern,heftete ich meine Aufmerksamkeit auf ein Phänomen nicht,dessen ich bereits erwähnt habe, und das mich, von demAugenblicke an, da ich über die Ursache des RegensZweifel hegte, in Verwunderung setzte: dies ist das öftre
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