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Zweyter Theil (1788)
Entstehung
Seite
72
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72 III. Abtheilung. I. Kapitel.

§. 6oz.

Ich wiederhole es aber, dies hieße nur einen Regender auf einen andern Regen folgt, erklären; und jedegründliche Erklärung dieses großen Phänomens muß aufden so gewöhnlichen Fall anwendbar seyn, wo ein Regen,in einer Luft, die weit von der äußersten Feuchtheitentfernt ist, entsteht, ohne daß ein Umstand die Größe derAusdünstung unten in ihren Säulen vermehre. Undin dieser Rücksicht bestimmen meine Beobachtungen auf denGebirgen von Sipt das Phänomen auf eine hinlänglichumständliche Weise. Der Regen bildete sich hier nicht nurin einer sehr trocknen Luft; sondern die Luft war auchnoch nach 10 oder I2 stündigem Regen trocken, als eseinen Augenblick zu regnen aufhörte: und da es wiedergänzlich schönes Wetter geworden war, obgleich dieErde mit Wasser getränkt und derselbe Wind fortfuhr,so war doch die Trockenheit am Fuße des Gebirgesgroßer als vor dem Regen. Seitdem diese Beobachtun-gen mich die Phänomene des Regens in Vergleichungmit dem Gange des Hygrometers studieren ließen, habeich zu bemerken Gelegenheit gehabt; daß die Fälle, wodie äußerste Feuchtheit in der Luft herrscht, vor, beyund nach dem Regen am Tage, sehr selten sind; unddaß im Gegentheil das Hygrometer alsdann weit vondiesem Punkte entfernt ist. Inzwischen sind die gewöhn-lichen Beobachtungen dieses Instruments neben der erstenQuelle der Dünste da angestellt, wo die äußerste Feucht-heit sich am ehesten offenbaren müßte, wenn der Regenherrührte,von der Verdichtung der Dünste, die sichvom Boden erheben, wenn Wolken die Sonnenstrahlenauffangen. Und Herr von Saussure hat dies Phäno-men selbst bemerkt, das seiner Hypothese so entgegen ist;denn er sagt IM §. Z25. seiner Versuche über die Hy-grometrie: »Ich habe mit großer Bewundrung bemerkt,

daß