Druckschrift 
Zweyter Theil (1788)
Entstehung
Seite
66
Einzelbild herunterladen
 

66 III. Abtheilung. I. Kapitel.

§. 5Y8.

Um die Bildung der Wolken durch Anhäufung derDünste in einer gewissen Luftschichte zu erklären, nimmtHerr von S aussure einen Umstand an, der mir durchausunmöglich scheint, und da er ihn oft unter dem Nahmenvertikalen Wind anführt, so will ich ihn gleich jetztuntersuchen und seine eignen Worte hersetzen.DieselbeLuft (der untere Theil der Atmosphäre) ausgedehnt durchdie Wärme und den elastischen Dunst, fängt an sich indie Atmosphäre zu erheben. Hier trist ste kältere Schich-ten an Diese Schichten, obgleich ein wenig

erwärmt, haben nicht genung Wärme erlangt, um dieDunste aufzulösen, welche ihnen die Luft, die sich be-ständig erhebt, nachdem sie sich in der Nachbarschaft derErde erwärmt hat, zuführt." Dies halte ich auf alleWeise für unmöglich. Erstlich kann sich die Luft untenvon der Atmosphäre nicht in die Höhe erheben, ohne daßdie obere ihr Platz mache. Wie würde also die erste derletztern Dünste bringen, welche diese nicht auflösenkönnte ; weil diese letzte, durch die erste verdrängt, nichtmehr an derselben Stelle ist? Die untre Luft, als in dieobern Gegenden mit den Dünsten die sie enthält sich erhe-bend betrachtet, behält sie hier durch ihre eigne Wärme;es sind keine kalte Schichten mehr da, weil sie dererwärmten Luft werden Platz gemacht haben. Herrvon Saussure glaubt, wie wir in der Folge bey Unter-suchung der Kälte oben auf den Gebirgen sehen wer-den, daß die obern Luftschichten nur deswegen kälter sindals die untern, weil diese Wärme von dem Boden erhal-ten. Wenn sie also durch die Warme, die sie neben derErde erlangt hätten, beständig aufstiegen, so würde inden obern Gegenden keine Ursache der Kälte mehr sichfinden; die gesummten Säulen würden erwärmt seyn undseder Theil von ihnen die Dünste behalten, die sich mit