lauterer das Geber (das Innere) eines Men-sche», desto mehr Widerspruch leidet er. Dasreine inwendige Wesen ist sehr wenigen be-kannt, und wird deßwegen von manchen'gutenSeelen bestritten, die in den Wegen GotteS nichtgenug erlenchiet sind. Sie wissen freylich nicht,was sie thun; dennoch ist es, wie mir scheint,ein Mangel an Demuth, eine Sache zu verwer-fen, weil man sie nicht versteht.
11b. Ein Leben außer Gott, und ohneGotc ist ein Bild des Lebens, kein wahres Leben.
115. O wie selig ist derjenige, in dem sichGott geoffenbaret hat, und dem Er seine gött-liche Gegenwart wahrhaft und wesentlich, nichtnur im Bilde und in Gedanken, zu genießengiebt. Dieß ist eine Quelle unaussprechlicherSeligkeit, die den Klugen dieser Welt, so wieallen denen verborgen ist, welche sich nicht ver-nichtigen »volle». Sie kennen dieses reicheNichts — nicht, in dem man alles findet, undaußer den, man nichts findet, als Schmerzenund Geistcsplage.
116. O wann wird doch einmal das „IchSelbst" in uns zerstört und vernichtet seyn!welche Seligkeit sich selbst todt seyn? Alleinunsre eigenen Bemühungen vermögen eS nichtunserm Ich diesen Todesstoß zu versehen; wirmüssen diesen allein von der .Hand des Herrnerwarten. Aber das. lange Warten ans dieseGnade Gottes ist ein wahres Fegfener.
117. Das innere Gebet gewährt diese»!,ihm ganz eigenen Vortheil, daß man dabei,ohne daran zu denken, und ohne Mühe in denTugenden wächst! außer diesem Gebete aber be-