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Das verborgene Leben mit Christo in Gott : aus den Schriften Johann von Bernieres-Louvigni gesammelt ... [v. G. Tst]
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196
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du nur den Gcisi Jesu, der lauter Liebe zurArmuth, zum Elend und Kreuz war.

105. Wie viel vermag eine Seele, die nichtsdurch sich selbst, sondern "alles in Abhängigkeitvon der Gnade thut!

106. Ich kenne Seelen, die sich in ihreneigenen Uebungen quälen und einkerkern. Siehalten ihren Weg für erhaben, und werden nichtgewahr, daß sie keine andern Flügel, als dieder Natur haben. Der Geist des Herrn blaßt,wo Er will, darum müssen wir auf seine Be-wegungen warten.

107. Fast alle unsre Andachten sind natür-lich, weil die Natur mehr dabei wirkt, als dieGnade. Es soll aber gerade umgekehrt seyn.Doch damit will ich nicht sagen, daß die Naturnichts dabei wirken soll, sondern sie soll in ihrenWirkungen von den Bewegungen der Gnadeabhängig bleiben, so wie diese von Gott ab-hängen.

108. So elend ich bin, so beschäftige ichmich doch mehr in Gott und mit Gott, als inmir, und mit mir selbst. Ich denke mehr anseine Barmherzigkeit und Güte, als an meineUnVollkommenheit und Bosheit. So wandeltmeine Seele die Bahn der Liebe, die alleFurcht verscheucht, die Furcht, die das Herz eis-kalt, und für die Eindrücke der göttlichen Liebeunempfänglich macht. Die Liebe hingegen istein Feuer, in dem unsre UnVollkommenheit wieder Schnee an der Sonne schwindet. Denkedu daher nicht immer an deine Un Vollkom-menheiten, denke lieber au die göttlichenVollkommenheiten, die werden dein Herz