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gen; zu diel Menschensurcht haben, und ihrerVernunft mehr Gehör gebe», als dem Ruf derGnade.
72. Wer sich dem Gebete crgicbt, muß einGestorbener seyn. Denn wenn dich deinGebet nicht mit Kraft ausrüstet, über deine Lei-denschaften, natürliche Gewohnheiten und Nei-gungen einen Sieg nach dem andern zu erhal-ten und alle christliche Tugenden zu übe», so istdein Gebet falsch und eitel Betrug.
73. Man muß sich selbst in allem über-winden, und daher in einem ewigen Kriege mitsich selbst leb'en. Dieses — ich habe es schonoft erfahren — erleichtert uns die Uebung desGebetes. Denn jenichr wir uns Gewalt thun,und uns überwinden, desto mehr öffnet unSGort im Gebete den Zutritt zu Ihm.
7-1. Das wahre Gebet ist nichts anders,als ein sich Zurückziehen und Losreißen von Al-lem, was nicht Gott ist.
73. Wehe dem, der für seinen Leib mehrsorgt, als für seine Seele, und lieber den Nei-gungen der Natur, als den Eingebungen derGnade folget! Wehe dem, der alle Dinge rechthaben will, ein gutes HauS, gute Dienstbothen,gute Kleider u. s. w. Nur das kann er wohlleiden, daß er eine böse Seele hat. Wehe dem,der sich durch seine Sünden zum schlimmstenStücke Fleisch im ganzen Hause macht! Dennda er Gott verläßt um seinen Lüsten zu dienen,so sind seine Pferde und Hunde, als unschuldigeGeschöpfe, von Gott und seinen Engeln höhergeachtet, als er.
76. Es ist ohne Vergleich leichter seinen