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kann ein so häßliches, niedriges und sinnlichesGeschöpf die unendliche Majestät Gottes empfan-gen? Demüthige dich, meine Seele! in den Ab-grund deines Nichts, bekenne deine Unwürdig-kcit! Noch vielmehr aber erfülle dich Bewun-derung, Dank und Liebe gegen eine so übcr-schwänglich große Güte, die sich in diesemunbegreiflichen Geheimnisse so tief hcrabläsit, daßsie dich das Nichts — besuchet, und SichSelbst dir mittheilt!
Der König und Herr macht sich in diesemSakramente gleichsam zu einem Gefangenen undDiener der Menschen, indem Er sich ihm ganzhingicbt, sich für ihn dem ewigen Vater opfert,für ihn, möchte ich sagen, leidet, stirbt, und ihmalle Verdienste seines köstlichen Blute? mittheilt,O Du göttlicher Gefangener! möchtest Du mich,mein Herz gefangen nehmen, so, daß es niewieder seine natürliche Freiheit erlange, sondern(in so fern es verdorben und verkehrt ist) ganzzerstört und vernichtet werde, kein anderes Lebenmehr kenne, als das göttliche, keine andere Frei-heit mehr genieße, als die der Kinder Gottes!
Da sich Jesus Christus uns in der heiligenKommunion mittheilt, so machen wir uns all-zeit, so oft wir Ihn empfangen, auf ein NeucSverbindlich, ganz nur Ihm zu leben, und inallem unserm Thun und Lassen Gott ähnlichzu werden.
Das beste Gebet (vor der Kommunion) ist,sich Gott hingeben in Einfalt und Glauben,mit innigster Ehrerbietung und Liebe, indem manIhn in diesem heiligsten Geheimnisse betrachtetund beschauet, als die Quelle der Gnade und