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Verachtungen umfassen, und sich der Leiden rüh-men zu lehrein (Rom. 5, 3.) Die Natur hatnun keine Ruhe mehr, und die Welt wird unterdie Füsie getreten. Es wird dann ein Vertragzwischen Gott und der Seele gemacht, in diereine Liede einzugchen. Der Geliebte dringt be-ständig darauf, und die Seele kann außer dieserReinigkeit nicht mehr leben. Alle Unreinigkeitist ihr unerträglich. Aber zu welchem Todes-kampfe vcrurthcilt sich da die Seele! denn diereine Liebe will viel sagen. Sie begreift alleStrenge gegen die Natur, Beraubung und Schei-dung von allem, was nicht Gott ist, den gei-stigsten Durst und Verachtung und Entbehrungauch des höhern Geschmacks in sich. Aber allesdieses schmeckt einer Seele süß, die Gott imGrunde ihres Herzens gegenwärtig sieht.
7. O, welche Gnade! Gott finden, nach-dem man Ihn so lange nicht erkannt, oder we-nigstens vergessen hat; die Seele wollte lieberalles verlieren, als dieser Gnade beraubt seyn,und sie spricht mit Augustin: Spät habe ichDich lieb gewonnen, o Du so alte, undso neue Schönheit! spät habe ich Dichlieb gewonnen! Sich! Du warst inwen-dig, und ich war auswendig! Du warstmit mir, uud ich war nicht mit Dir!und mit Jakob: Gewißlich es ist der Herrallhicr, und ich wußte cS nicht! Wieheilig ist dieser Ort! da ist nichts an-ders, als Gottes Haus!
8. Von nun an, will ich nichts anders mehrwissen, als wie ich mit Gott vereiniget leben