1-A2
irre machen lassein Wenn sie nicht» tlmt, alssich von allen Dingen, und von sich selbst aus-leeren, so ist sie ja nicht müßig, sondern machtsich dadurch empfänglich der übernatürlichenWirkungen Gottes, die durch eigne Wirksamkeitverhindert würden. „Ans Gott merken, undIln» stille halten, ist ein großes, ja das aller-größte Werk/' sagt der heilige Bernard. DieSeele sieht da mir auf Gott in ihr, und emp-fangt, was ihr gegeben wird. Gott wirket inihr, und durch sie, und sie läßt sich Ihm, oftohne zu wissen, wa§ Ihm zu wirken beliebt.
2. Gott läßt solche Seelen oft in Noth undZweifel über ihren Zustand, und über ihre Se-ligkeit gerathen. Er stärkt sie aber, ohne dasssie eZ erkennen. Er sieht besonders auf sie, aberEr verbirgt eS ihnen; weil es nicht allezeittaugt, daß sie GottcS Werk gewahr werden;damit sie dasselbe nicht durch Selbstgefälligkeitbeflecken. Denn das Verderben der Menschenist so groß, daß alles, was in seine Hm dekommt, befleckt wird.
3. Mit den Gedanken. Neigungen, Empfin-dungen des Gemüths suchet die Seele zu Gottzu kommen. Ist sie aber bei Ihm, so kann siesich solcher Mittel nicht mehr bedienen, sondernmuß einfältig in Gott ruhen, bleiben, und vorGott in Gott selbst leben.
ä. Wenige Menschen erreichen dieses reine,vollkommene Gebet, weil nur wenige loS genugvon sich selbst sind, um Gottes Bewegungenaufzunehmen. Dem nichts mehr im Verständeund Herzen fest sitzt, der gelanget dahin. Gotthat die Hände voll großer Gunjibezeugungen,