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Das verborgene Leben mit Christo in Gott : aus den Schriften Johann von Bernieres-Louvigni gesammelt ... [v. G. Tst]
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Zhm zu ruhen. So oft wir Ihn verlassen, undin uns selbst, oder in den Kreaturen bleiben,und uns aufhalten, so verfehlen wir die AbstehtGottes. Ich weiß es wohl, daß es im An-fange des geistlichen Lebens schon viel ist, nichtmehr an eitle und weltliche Sachen zu denken,und sich zu gewöhnen, sein Inwendiges vonUnvollkommcnheiten zu reinigen, und eS mitTugend zu schmücken. Zu dieser Zeit ist däeSeele nicht fähig, sich hoher zu erheben; siemuß immer noch einige Blicke ans ihre Schwach-heiten, gute oder böse Neigungen zurückwerfen,so wie sie Gott dazu bewegt nnd lehrt. Aberwenn es Gott gefällt, in sie einzugehen, und siein Sich eingehen zu lassen, so müssen sich ihreGedanken ganz zu Jbm wenden, »nd Er al-leinmuß der Ort ihrer Wohnung nnd Ruhe sevn.

4. Hierin verfehlen sich viele, die die WegeGottes nicht kennen. Sie halten sich zu vielin ihrem Selbst ans, untersuchen, erforschen, grü-bcln über ihre eigne Bewegungen bis auf diegeringste Wurzel ihrer UnVollkommenheiten, wel-ches zwar zu seiner Zeit gut ist, aber cS kommtauch eine Zeit, wo man ganz für Gott, nndin Gott leben muß.

5. Wenn wir betrachten, so ist zwar Gottdabei; aber wir wirken fast alles allein: in deinbeschaulichen Gebete wirken wir mit Gott;aber Er fast alles allein. Man sieht Gott, Je-sum, oder eine Wahrheit an durch den Glauben,und empfängt ganz sachte, und in vollkommenerRuhe die göttlichen Eindrücke, und wird davondurchdrungen, überzeugt, nnd zu allen Tugendenangestammt. In diesem Stande hat die Seele