zwei Dinge treulich zu vermeidein erstens dieWirksamkeit des menschlichen Geistes, der sichselbst nicht absterben, sondern immer durch sichselbst wirken und überlegen will. Er Hut ei»Selbstgesullen durun, und ist hurt duven abzu-bringen, um sich von sich selbst zu entblöße»,Gottes Wirkungen stille z» halten, und derselbe»empfänglich zu werden. Man muß aber nichtermüden, ihn durch Gottes Gnade zu überwin-den. Das zweite ist die Unrcinigkcit derSeele. Sie soll in ihrem Inwendige» und Aus-wendigen nichts suchen, als Gott und sei» Wohl-gcsalle» allein, soll nicht auf ihren eignen Nutze»sehen, also in eine vollkommene Blöße von allem,was Gott nicht ist, eingehe».
(>. So lange wir auf Erden sind, giebt esimmer etwas an uns zu reinigen, und also auchzu leiden. Drei Vicrtheile unsers Lebens wer-de» mit Leide» und Kreuztragen zugebracht.Aber auch in der Dunkelheit und im" Leidenkann man mit Gott innigst vereinigt seyn, ohnedaß man es fühlet. Wenn sich eine Seele be-standig im Glauben übet, und nichts liebet, nochhochachtet, als was sie der Glaube lieben undhochachten lehrt, kann sie im Geiste sehr geför-dert werde». Wenn sieh der Mensch nicht überseine Vernunft erhebt, bleibt er irdisch und nn-vollkommen. Der Glaube ist eine Mittheilungder ewigen Weisheit, außer deren Führung lau-ter Lüge und Thorheit ist. Die Dunkelheit deßGlaubensweges ist ohne Vergleich besser, alsalle Klarheit der menschlichen Vernunft.
7. Gott wohnt in einem unzugänglichenLichte, welches Dunkelheit für uns ist; daher