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Das verborgene Leben mit Christo in Gott : aus den Schriften Johann von Bernieres-Louvigni gesammelt ... [v. G. Tst]
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V.

Was man im innern Gebete zu meidenhabe.

1. Zwei Dinge können der Seele gleichschädlich weedcn das zu viel; wenn sie melwGnade nnd Vollkommenheit haden will, als ihrGott giebt, nnd in Unlust nnd Verwirrung ver-fällt, indem sie die großem Gaben anderer an-sieht; und das zu wenig; wenn sie nichttreu genug ist, ihrer Gnade mitzuwirken, ent-weder aus Trägheit und Furcht der Beschwer-lichkeit und Leiden in klebung der Tugend, oderaus Leichtsinn, da sie nicht genug auf ihr In-neres acht giebt, und also die Bewegungen derGnade nicht erkennt, oder von der erkanntenGnade sich gar zu flüchtig abwendet zu äußernDingen, und so die Gnade und BarmherzigkeitGottes vergißt.

2. Ist eine Seele wohl gcrcinigct, und soerfahren, daß sie die Bewegungen der Gnadevon den Bewegungen der Natur unterscheidenkann; so darf sie sich nur den Strahlen dergöttlicheuSon n e o ffe n legen, sie in ihremGründe auffassen, um sich erleuchten und erwär-men zu lassen. Erkennt nun eine Seele, dafidieß die Führung Gottes über sie sey, und ver-hält sich doch anders, entweder aus Demuth,oder aus Furcht betrogen zu werden, so entziehtsie sich der Führung des Geistes Gottes, derda bläßt, wann und wo Er will.

3. Das Nothwendigste beim Gebete ist, sichmit Gott allein beschäftigt zu halten, und in