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selbst zu beschäftigen, sie sein Werk und göttlicheWirkung durch ihr eignes Sinnen und Wirkennicht verhindere. Wenn Gott in uns reden undwirken will, so müssen wir schweigen und ruhen,und sein Licht so lauter und ehrerbietig anneh-men, als möglich ist. Wenn der Herr redenwill, muß ihm der Knecht nicht in die Nedefallen, sondern hören.
5. Man musi sich im Gebete verhalten, wiees Gott haben will. Giebt Er Freiheit, Ge-danken und Gemüthscrhebungen hervorzubringen,so thut man es ohne Anstrengung und Verwir-rung. Giebt Er einen Strahl seiner göttlichenGegenware, so ist man damit zufrieden, undsieht ihn nur ehrfurchtvoll und liebreich an. Istman dunkel und dürre, so bleibt man im Glau-ben friedsani dabei. Kurz: Gott muß Meisterin uns seyn.
6. Weil dann nur dieß Eine noth ist,und unser vornehmstes Geschäft in Zeit undEwigkeit bleibt, uns mit Gott zu beschäftigen,und Ihm stille zu halte», so müssen wiruns hüten, daß wir uns in kein äußerlichesDing, so gut es auch seyn mag, zu sehr eimlaist'n, und unsere Seele zerstreuen, sondern alles,was wir im Dienste Gottes und des Nächstenthun, mit sanftem, stillem Geiste verrichten;denn es wäre eins, ob unser Herz von einergoldenen, oder eisernen Kette gebunden, und inder Freiheit mit Gott umzugehen, und in derinnern Aufmerksamkeit auf Gott gestört würde.Vorzüglich laßt uns die Hochachtung und Be-gierde zum Gebete bewahren, und fest glauben,